Alpenreise, erster Teil, die Anreise und das Resumee
Alpenreise, dritter Teil, Zürich
Posted on 3rd Aug 2021
Am Zollamt Au wird die Grenze passiert, allerdings nur, weil ältere bauliche Maßnahmen darauf hinweisen. Ab nun 120 km/h auf der Autobahn.
Die erste Destination in der Schweiz ist Stein am Rhein. Womit beginnt der Eintritt in eine Stadt? Natürlich mit dem Parkvorgang und hier gibt es in vielen Städten in der Schweiz eine nette intelligente Lösung, das zentral Parken. Eingabe des Kennzeichens, Geld einwerfen, thats it.
Und die Stadt, besser gesagt ein liebliches Städtchen mit mittelalterlichem Kern, das sich ähnlich vieler Radfahrer wie Fussgänger erfreut. Gastronomie, Handwerk, Antiquitätengeschäfte und Souveniershops sowie Führungen durch die Stadt – das von anderen ähnlichen Orten bekannte Repertoire.
Das Bürgerasyl stammt in seinen Grundmauern aus dem 15 Jhdt, diente als Krankenhaus und ab dem 19 Jhdt als Alters und Pflegeheim. Nun, in Pension, dient es als Stadtarchiv und Verwaltungszentrum.
Das dritte Haus von links ist die „Vordere Krone“, aus dem 14 Jhdt stammend. Unmittelbar unter dem Dachfirst die Aufzugtür, der Holzerker lässt sein Regenwasser über drei Wasserspeier aus 1707 abfließen. Die Aussenbemalung stammt aus ca. 1734.
Unmittelbar neben der „vorderen Krone“ reicht sich der „rote ochse“ an, die älteste Taverne der Stadt aus 1446. Daneben die „Steinerne Trauben“, Wohn und Handelshaus“ und angereiht das Haus „Sonne“, ersterwähnt 1448, die Bemalung allerdings stammt aus dem 19 Jhdt.
Der Zeitturm, eigentlich das „Untertor“, wurde bereits 367 erwähnt. Das Stadttor besaß einen Vorbau mit Falltüre und bewachte eine wichtige Handelsstrasse.
Etwas näher möchte ich auf das St. Georg Kloster eingehen, nun ein Museum der schweizerischen Eidgenossenschaft. Das ehemalige Benediktiner-Kloster liegt direkt am Rhein mit einem Kräutergarten und altem Baumbestand. Hier lässt es sich Mönch sein, auch wenn diese Harmonie und Beschaulichkeit in den Gründerjahren um etwa 1000 aD anders ausgesehen hat. Aus den Gründerjahren stammt nur mehr die Kirche und bestimmte Teile des Fundaments, der Rest wurde i Verlauf der Jahrhunderte ergänzt. Die Klostergemeinschaft umfasste selten mehr als 12 Mitglieder.
Das Kloster beherbergt unglaubliche alte Wandmalereien, sehr gut erklärt mit Schautafeln. Im Jahr 1525 wurde das Kloster im Zuge der Reformation aufgelassen und hat seitdem verschiedenen Zwecken gedient. Die meisten der Malereien entstammen unmittelbar vor der Zeit der Reformation und sind ambitionierten Äbten geschuldet, welche prominente Maler beauftragten. Damit ist auch klar: So karg konnte das klösterliche Leben nicht sein, daher hatte die Reformation wohl auch einen Grund…
Allerdings besuchen viele Touristen das Kloster aufgrund der üppigen Malerei, darf man nicht vergessen. Der Festsaal ist in den Jahren 1515/1516 entstanden, hier hat der Abt David von Winkelsheim wichtige Gäste empfangen.
Überhaupt wird der Rhein in der Region für alle möglichen Wasseraktivitäten verwendet, Schifffahrten im privaten und öffentlichen Bereich, Baden in verschiedenen Badehäusern oder Freibädern direkt am Ufer.
Das Rheinbad in Schaffhausen
Aber kein Licht ohne Schatten – wo ein Fluss, da gibt es mitunter auch Hochwasser, wie an den folgenden Marken erkennbar.
Den Abschluss in Schaffhausen bildet der Munot der „Schlossberg“ der Stadt. Zwar war die Anlage einst (ca. 1530) zu Wehrzwecken errichtet worden, aber der Nutzen in dieser Richtung war kaum gegeben, so begann man im 18 Jhdt sogar mit dem Abbau des Munot um die Steine für die wachsende Stadt zu verwenden. Ein Schweizer Lehrer setzte sich für den Erhalt ein und so wurde ein Verein gegründet, welcher sich um den Erhalt kümmert. Heute wird die Städte als Veranstaltungsort genutzt.
Und hier der Munot im Überblick:
Von Schaffhausen sollte man zum Rheinfall den Radweg nehmen, an die 3-4 km entlang des Rheins. Auch wenn der Fluss suggeriert, dass dieser immer in flacher Ebene verläuft – das ist nicht so und so gesehen haben e-Bikes auch hier bei vielen Besuchern ihre Berechtigung. Der Rheinfall – imposant und laut, ein Pflicht-Erlebnis.