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Schweiz-Frankreich-Italien-01

Anreise und Resumee

Eine unglaublich intensive und kurzweilige Reise mit wenigen Strassen-Kilometern


Alpenreise, zweiter Teil, am Bodensee

Posted on 1st Aug 2021

Eingangs – die Route:

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eine abwechslungsreiche Route

 

Wofür steht die Schweiz

Müsste man die Schweiz auf wenige Begriffe reduzieren, dann wäre dies:

A) Disziplin/ Konsequenz
B) Sauberkeit
C) Hochpreisig

 

Ad A) Beeindruckend wie rücksichtsvoll man einander im Strassenverkehr begegnet. Auf der Autobahn wie auch in der Stadt, die 120 km/h auf der Autobahn sind eine eingehaltene Obergrenze. Ob dies auf drakonische Strafen oder einfach auf die Freude am Folgen von Regeln zurückzuführen ist, kann ich natürlich nicht sagen. Die Konsequenz lässt sich am besten am Ausbau der Bahn dokumentieren. Jedes Dorf ist an den öffentlichen Verkehr angebunden, meist mit der Bahn. Der Ausbau des Schienennetzes ist beeindruckend und schlägt alles bisher erlebte. Wo die normale Schiene nicht ausreicht, wird die Zahnradbahn eingesetzt. Am Pilatus mit unglaublichen 48% Steigung.
Als dritten Punkt muss man die konsequente Nutzung der Seen anführen. Zwar sind Anzahl und Größe der Seen gegebenes Glück für die Schweiz, allerdings wird diese geografische Eigenheit durch die Schweizer perfekt genutzt. Wie in Zürich, Luzern Locarno oder anderen namhaften Städten.
Und zu guter Letzt – der Eifer mit welchem Migros versucht die Weltherrschaft in der Schweiz zu übernehmen. Neben den üblichen Lebensmittel und Nahversorgergeschäften gibt es Migrol (Tankstellen), Migrolino (Tankstellenshops in Fremdtankstellen), MigroBank etc.

Ad B) Der Innenraum von Städten, die Landschaft so weit sichtbar – keine achtlos weggeworfene Bierdose oder ein Blatt Papier und meist sehr ordentlich gemäht. Ganz beeindruckend. Die Sauberkeit drückt sich auch in einheitlichen Stahlmistkübeln im Stadtgebiet aus, zahlreich und formschön, sie sind erwähnenswert, schauen Sie sich das an.

Ad C) Eine Pizza in Locarno: Nicht unter 18 Franken. Die Tickets im öffentlichen Verkehr – ab ca. 3 Franken für eine halbe Stunde in Zürich. Ein halber Kilo Bio-Honig im Tessin (eine ausgewiesene Spezialität in dieser Region): 18 Franken.
Übrigens rechnen die Schweizer durchaus 1 EU = 1 Franken. Beispiel: Als Münze bei öffentlichen WCs.

Ergänzend etwas anderes in dem Zusammenhang: Tatsächlich ist auf der gesamten Reise in der Schweiz kein Bettler aufgefallen. Es gibt durchaus genug ärmlich gekleidete Menschen, auch Suchtkranke in verschiedener Form sieht man in z.B. Zürich aber kein Betteln in jedweder Form.

Nicht zuletzt sieht man es auch am Frühstück: Sion und Martigny gehören zum französischen Teil, Locarno klingt nicht nur italienisch und Zürich der Luzern oder natürlich auch Schaffhausen gehören zum deutschsprachigen Teil der Schweiz. Was hat nun das Frühstück damit zu tun? Im deutschsprachigen Teil werden "Brötli" serviert, im italienischen Teil werden diese durch Varianten von Blätterteig Croissants ergänzt und im französischen Teil gibt es fantastischen Baguette, leicht knusprig und weich innen.

Aber abgesehen von diesen Unterschieden gibt es noch 3 klare Indikatoren anhand derer man erkennt wo man sich befindet.
1) Sauberkeit und vermittelter Reichtum (welche Marken angeboten werden, wie hoch die Dichte an Porsche-PKW in der Stadt ist etc.). Hier gibt es ein Nord-Süd Gefälle.
2) Die Vegetation ist in Zürich oder Luzern anders als etwas in Locarno mit den Palmen in vielen Vorgärten. D.h. mehr Sonne und mehr Süden hinterlassen Spuren.
3) Die Qualität der Strassen und das gepflegte Grün links und rechts davon. Auch hier spiegelt sich das Nord-Süd Gefälle wieder.

 

Grenzen und Covid

Eine wichtige Erläuterung zur Fahrt, konkret zum Grenzübertritt, Covid und zu den Kosten. An KEINER Grenze, AT-CH-FR-IT wurde Pass oder COVID Bestätigung kontrolliert. Auf keinen Fall möchte ich mich darüber beschweren aber gerade in Italien muss ein aufwändiges Einreiseformular ausgefüllt werden, auf jeder Autofahrerclub und Aussenministerium-Website wird darauf hingewiesen.
Damit stellte Covid kein Reisehemmnis dar. Die Disziplin in allen Ländern im öffentlichen Verkehr oder in Restaurants ist mehr oder weniger vorbildlich, das gilt sogar für den Gondoliere, welcher den Kanal in Venedig quert. Das Autobahnticket in der Schweiz war im Vergleich zu AT oder IT sehr preiswert. 38,50 € für eine Jahresvignette sind ein Sonderangebot im Vergleich zu den italienischen Mauten oder der österreichischen Vignette.

Warum bleiben die Schweizer nicht in der Schweiz wo es doch so schön ist?

Zum allgemeinen Teil der Schweiz noch eine abschließende Anmerkung: Es ist nun klar geworden, warum doch einige Schweizer als Touristen auf den Autobahnen in Italien unterwegs sind oder in Österreich an den Kärntner Seen. Die Schweiz, eigentlich die Schweizer, kämpfen mit 2 Nachteilen: a) Die Hochpreisigkeit in der Gastronomie und Hotellerie b) Die Unsicherheit in Bezug auf das Wetter. Der Alpenraum ist wetterunsicher und mehrfach wurde im Verkehrsfunk in der Schweiz von Hagelunwettern (z.B. in Zürich) berichtet. Zu beiden Punkten bietet der Adria-Raum sowie Kärnten das deutlich bessere Preis/Leistungsverhältnis. Weil – auch wenn die Porsche-Dichte in Luzern oder Zürich inflationäre Ausmaße annimmt – es gibt auch Schweizer, welche manuell und härter für ihr Geld arbeiten müssen und diese nutzen gerne den Weg ins Ausland.

Die erste Etappe

Die Reise begann in Graz, Hauptbahnhof. Hier beginnt der Autoreisezug seine Fahrt um ca. 22:26 nach Feldkirch. Mit an Board ca. 50% Schweizer, welche von hier die Urlaubsheimreise aus dem Süden antreten. Aufgrund der PKW Höhe (1,85 m) wird diesmal am oberen Deck geparkt. Gelernt aus der Reise vor 3 Jahren wurde diesmal eine Kabine mit Dusche und WC an Board gebucht. Gelernt dürfte auch die Bahn haben, Qualität des Personals, der Bewirtung haben sich verbessert. Somit keine ganz billige Route aber spannend allemal und in dieser Kabine kommt auch der Schlaf nicht zu kurz.

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Auffahrt zum Zug

 

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Klein aber ausreichend privat



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Hier lernt man Platz sparen



Der Rhythmus der üblichen Aufwachzeit schlägt auch hier zu, dafür kommt man in den Genuss der Fahrt durch das Tal vor dem Arlberg. Der Zug rollt gemächlich vor sich hin, trotzdem kommt es nicht zu Verspätungen, alles eingeplant und mancher Aufenthalts kompensiert das. 05:45 Landeck, 06:16 St. Anton am Arlberg und um 06:26 ist der Arlbergtunnel passiert und wir rollen im Bahnhof Langen ein.

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Die Berge in Tirol



 

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Kurz vor Bludenz


Zwei Sätze zu Feldkirch auch wenn hier nur wenig Zeit zur Verfügung stand. Besuchenswert aufgrund der Altstadt und der Bäckereikette Mangold! Selbst der Autor von Sherlock Holmes wusste das zu schätzen, Sir Conan Doyle ging hier im Jesuitenkloster im Zeitraum 1875/1876 in die Schule und gab eine Schülerzeitung heraus. 20210723_Feldkirch 20210723_Feldkirch_Doyle

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Feldkirch ist einen Besuch wert



Das Meer prägt die Stadt und die Menschen.

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Feldkirch hatte auch berühmte Besucher, Sir Conan Doyle



Übrigens – ein kleiner Zopf in der Bäckerei ist hier bereits das „Zöpfli“.


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