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202607 Reggia de Caserta

Bei allem Pomp muss man sich trotzdem fragen: Wer hat das bezahlt?

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Posted on 27th Jul 2026

Reggia de Caserta


Die Stadt Caserta liegt im Nord-Osten von Neapel, etwa 30 km entfernt. An sich wäre sie keinen Abstecher wert, hätten nicht die Bourbonen hier einen Palast erbauen lassen, dessen Garten sich über mehrere Hektar erstreckt und zu den größten in Europa gehört.

Der Reggia di Caserta besteht aus einem rechteckförmigen Gebäude, vor dem Eingang ein Park mit bogenförmigen Gebäuden links und rechts davon. Diese sind allerdings nicht zu besichtigen, sondern werden einer Renovation unterzogen.


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Das Eingangsportal, im Sommer zu dieser Tageszeit keine Besucherschlangen




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Gigantischer Vorhof




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Die Bourbonen-Ahnentafel, beginnend 1734



Der Garten



Aber auch der Parkbereich erfordert ein wenig Fantasie angesichts der Baukonstruktionen, welche die Brunnen umgeben. Aber trotzdem – die opulente Außenanlage beeindruckt, die Brunnen, sofern in Betrieb, ebenso.

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Die Statuen sind meist der griechischen Mythologie entnommen




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Weite ist vorhanden, aber man würde sich manchmal schattige Sitzplätze wünschen




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Der Delfinbrunnen




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Der Park ist so groß, dass er mehrmals über öffentliche Straßen führt.




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Nach 3 km ist das Ende des begehbaren Parks erreicht




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Ein Highlight der Natur ist auch der englische Garten, eine Konstruktion aus Teichen, Wegen und großen Bäumen, die auch im Sommer für halbwegs erträgliche Temperaturen sorgen.


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Mehrfach alte Tempelanlagen im Garten




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Teiche mit großen und kleinen Fischen




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Bereits am Rückweg zum Palast




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Es ist nicht mehr weit …




Ein Tipp am Schluss: Das etwa 3 km lange Areal kann zu Fuß bewältigt werden. Oder man nutzt e-Bikes, einen offenen Buggy Dienst oder einen Bus. Nach wenig reiflicher Überlegung bleibt man bei den eigenen Beinen, rückwirkend betrachtet wäre die Empfehlung:

Prio 1) Mit dem Bus zum englischen Garten und dann zurück spazieren

Prio 2) Mit den e-Bikes zum englischen Garten (man hat aber auch dann ein paar Höhenmeter zur bewältigen)


Und ganz ehrlich: die 0,5 Liter Mineralwasserflaschen sind ein unentbehrlicher Begleiter, selbst wenn das Wasser schon warm geworden ist.

Der Palast



Der Palast mit den unglaublich hohen Säulengängen und Räumen ist zu einem Teil zu besichtigen aber das ist auch für größte Liebhaber von Aristokraten genug: Das ist mehr als genug. Von Bibliotheken, Empfangsräumen, Schlafzimmern bis hin zu profanem wie einem WC und Bad reicht die Ausstellung. Deckengemälde und Fresken, häufig der griechischen Mythologie entlehnt, bereichern das Bild.

Spannender sind die Geschichten rund um die Exponate dafür muss man sich allerdings etwas Zeit nehmen.


Der Aufgang, die Stiege, wird von Musik von Mozart und italienischen Komponisten begleitet.

Ist durchaus stimmig.


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Nicht nur außen opulent




Der Thronsaal: Der Thron ist eine Holzkonstruktion mit Gold verkleidet.

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Der Thron




Die Form ist nicht zufällig, Armlehnen in Form von 2 Löwen, zwei Sirenen eingeschnitzt. Dies geht auf die Reise des Odysseus zurück der hier in Neapel dem Gesang lauschen wollte. Eine der Sirenen Partenope, verliebte sich in Odysseus und aufgrund seiner Zurückweisung nahm sie sich das Leben. Daher werden die Neapolitaner auch „Parthenopei“ genannt. Ein Bild derzeit stellt auch die Stickerei auf dem Sitz dar. Sie wurde von Frauen der Stickereifabrik des königlichen Armenhauses hergestellt. Übrigens wurde der Bezug im Verlauf der Jahrhunderte ausgewechselt und das alles weiß man aufgrund der Lagerbuchhaltung. Die Inventurlisten bestätigen den Wechsel des Bezugs.

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Das Deckenfresko wurde 1844 erstellt, es stellt die Grundsteinlegung des Königspalastes von Caserta im Jahr 1752 dar.


Eines der Schlafzimmer:

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Das stille Örtchen:

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Der fliegende Stuhl ist nichts anderes als ein Lift im Schloss. Er wurde 184 fertiggestellt für König Ferdinand II. Neben der Bequemlichkeit war auch sein Faible für Technik und Wissenschaft dafür ausschlaggebend.

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Eine von vielen technischen Modellen im Schloss.




Die Kapelle inkl. acht großer Gemälde aus dem 18 Jhdt. wurden bei Luftangriffen im September 192 überwiegend zerstört. Man sieht auch heute noch die Beschädigungen an mehrere Säulen. Geschichte schrieb das Schliss auch im zweiten Weltkrieg. Am 29.4.1945 fanden hier die Verhandlungen und Unterzeichnung der Kapitulation der nationalsozialistischen Truppen statt.

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Die Schlosskapelle




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Nicht nur außen viel zu gehen, sondern auch innen.




Die Bibliotheken sind gespickt mit Globen, Sternbilder, Vasen und natürlich wertvollen Büchern. Beispielsweise von Vanvitelli, dem Architekten der Reggia ‚Erklärung der Zeichnungen des Königspalastes von Caserta‘.


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Das napoleonische Thronsesselpaar: Diese sind Teil einer größeren Möbelgarnitur welch für Napoleon I entworfen wurden. Unglücklicherweise fand das Möbelset nicht den Geschmack des französischen Kaisers und so schickte er es – nach 2 jähriger Lagerung – nach Rom in den Quirinalspalast. Zu dieser Zeit herrschte Napoleon über das Königreich Italien. Im Jahr 1878 – dank sauberer Buchhaltung – wurde es erstmals im Palast inventarisiert.

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Das Schlafzimmer: Am 4.1.1775 wurde Karl Titus von Bourbon geboren. Damals war es üblich nach der Geburt ein Portrait des Thronfolgers anzufertigen, der Bildhauer war (mit höchster Wahrscheinlichkeit) Guiseppe Sanmartino. Unglücklicherweise starb der Thronfolger im Alter von 4 Jahren.

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Mit einer kleineren Krippe wollte man sich nicht zufrieden geben.

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Zur Anreise sollte noch etwas erwähnt werden. Parken in der Nähe der Reggia ist eine kleine Herausforderung. Scheinbar GAB es ein Parkhaus unterirdisch, die Tore und Schilder wirken aber (beim Vorbeifahren) seit mind. 1 Jahr außer Betrieb. Es gab einen kleinen Stau, weil die Polizei die Straßenmeisterei beaufsichtigt hat, die in aller Hektik versucht hat, die aufgebrochene Straße an einen kritischen Punkt zu reparieren. Und wenn ich schreibe „reparieren“, dann meine ich: mit weichem Asphalt ein paar Löcher auffüllen.

Die Reggia befindet sich in der Nähe des Hauptbahnhofs, selbst Parkplätze in der sengenden Sonne sind rar und Bahnhofsgegenden sind auch nicht unbedingt als sichere Zonen klassifiziert.

Die Parkhäuser, welche man im Internet findet, sind überwiegend Parkplätze an denen man seinen Autoschüssel abgeben darf. Somit klare Empfehlung: Parkhaus Jolly, zwar nicht riesig, aber es hat eine Tiefgarage und damit sicher und sonnengeschützt.


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