Diese kleine Tourismus-Stadt am Meer weist im Grund genommen alles auf, was ein interessierter Besucher erwartet. Eine leichte erhöhte Kirche, eine imposante Burg, ein kleiner Yachthafen, eine lange, zu Sport einladende Uferpromenade, zumindest eine Hüpfburg für Kinder und natürlich einen Strand. Zum fehlenden Element komme ich etwas später.
Der erste Eindruck von der Tiefgarage an die Oberfläche kommend: Eine sehr gepflegte erste Hausreihe.
Kirche und Burg, praktisch, da leicht fussläufig erreichbar.
Die Burg Santa Ana aus der Ferne und ….
… aus der Nähe
Die kleine Stadt mit ausreichend Infrastruktur ist auf jeden Fall - trotz mancher Bausünden - einen Besuch wert.
Der Atlantik formt etwas anders als das Mittelmeer und die Luft ist toll und so wundert es auch nicht, dass ein paar Jakobsweg-Wanderer hier entlang schlendern. Die meisten haben eine Muschel auf den Rucksack geschnürt, aber sie wären auch ohne diese Muschel als suchende Wanderer identifizierbar: Touristen haben einen kleinen Rucksack für 2 x 0,5 Liter Mineralwasser und Sonnencreme sowie Sandalen oder Turnschuhe. Das Bild der Wanderer können Sie sich vorstellen, eben klar anders als Touristen.
Das Meer ist natürlich allgegenwärtig und gleich eine Klarstellung: Die Temperatur des Wassers hier an der Küste liegt deutlich unter den Mittelmeer Werten. Ja, es schwimmen einige Personen aber ganz klar: Mehr befinden sich über Wasser in Form von Booten oder Stand up Paddels.
Dieser Stahl-Wal im Hafenbecken der Stadt hat – wie auch andere Denkmäler eine tiefe Bedeutung. Viele Menschen lebten in dieser Region am Golf von Biskaya vom Walfang. Castro Urdiales hat – wie auch andere Gemeinden – den Wal im Stadtwappen. Es war ein wesentlicher Teil der baskischen Wirtschaft über Jahrhunderte, der Wal wurde komplett verwertet, die Fischer kamen bis Island und Neufundland.
Das Fett für die Herstellung von Kosmetik und Medikamenten, die Knochen kamen bei Baugerüsten zum Einsatz und im Möbelbau, aus den Barten wurden Sonnenschirme, Fächer oder Kämme hergestellt und das Fleisch eingesalzen und überwiegend nach Frankreich exportiert.
Nun zum eingangs angekündigten Fehlenden.
Sofern man ein öffentliches WC benötigt und das gehört nun einmal auch dazu, dann wird es eine Herausforderung in Castro Urdiales. Nicht einfach zu finden, keine Hinweis-Schilder und Google meldet zwei solcher Einrichtungen am ca. 1 km langen Strand, etwas abseits gelegen.
OK, dann eben nicht öffentlich, wenigstens gibt es einen Burger-King und mit Konsumation sollte auch der Zahlencode am Schloss zur WC Türe kein Problem sein. Weit gefehlt, keine der Zahlenkombinationen der Rechnung funktioniert und die vom Personal genannte '111 111 A' Kombination bringt zwar die LED am Schloss zum grün leuchten allerdings öffnet sich die Türe trotzdem nicht. In solchen Augenblicken verwünscht man Burger-King nicht nur wegen dessen, was an Nahrung angeboten wird.
Die Odysee findet am ca. 1 km entfernten Strand-WC ein Ende, die Räumlichkeiten dort würden einen Kärcher Dampfstrahler zuzüglich kleiner Renovierung vertragen. Passt nicht zum eher hochpreisigen Image der Region. Somit bleibt für das Rating nur einer von fünf Sternen für die Hygieneanstalt.