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2024 ESFR Bilbao

Untrennbar mit dem Guggenheim Museum verbunden.

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Posted on 29th Jul 2024


Die Klimaanlage im PKW während der 3:45 Wartezeit in Genua bei 38 Grad in der Sonne, Klimaanlagen an verschiedenen Orten auf der GNV Fähre, im Hotelzimmer etc. Nun kann diese Mischung dazu führen, dass der Hals kratzt, die Nase rinnt, der Kopf dröhnt.

Somit wird das Sight-Seeing zur Qual und man muss wohl oder übel eine Entscheidung treffen. Und diese heißt: von Castro-Urdiales zurück nach Bilbao statt ins ersehnte Santander bzw. das geplante Gijon, um nicht noch mehr Kilometer in die Rückreise investieren zu müssen im Fall von weiterer gesundheitlicher Verschlechterung. Da hilft kein Jammern und Lamentieren, es ist so.

Bilbao


Bilbao dient zwar hier als ungeplantes 'Trostpflaster' aber das würde man der Stadt am Nervion Fluss schon Unrecht tun. Das Guggenheim Museum glänzt mit der Blütenpracht von Jeff Koons Puppy um die Wette, viele Besucher aus Frankreich, Deutschland, Italien und Japan, soweit das Mithören von Satzfragmenten Aufschluss gibt.

Entlang des Ufers wechseln sich Spaziergänger, Läufer und schwarze Strassenhändler ab, auf den ersten Eindruck wird nicht viel gekauft. Entlang der Uferpromenade gibt es vieles, woran man erkennen kann, wohin Geld fließt. Holzstiegen/Stufen bei Brücken, Parkbänke mit sichtbarer und fühlbarer Qualität, Marmor und Stein statt schöder Betonsteine, die modernen Straßenbahnen fahren auf grasgerahmten Schienen. Hier trifft sich wohlhabend und (meist) wohlgestaltet.

Tatsache ist aber auch: Schon in der zweiten Häuserreihe muss man nicht lange suchen um Obdachlose zu entdecken. Teils auch bereits in der ersten Reihe am Wasser. Somit müssen die Selfisten bei ihren Moves und Posen aufpassen um den richtigen Hintergrund zu wählen. Aber moderne Apps helfen sicher bei unerwünschten Gästen am Bild.

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Haare schneiden ist – ernstgemeint – ein wichtiger hygienischer Vorgang.




Genug der nicht immer glänzenden Realität, es bleibt natürlich Bilbao als architektonisch und klimatisch eindrucksvolles Gebilde.


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Ich weiß zwar nicht, was es kostet aber im Sinne der Kühlung sowie der Optik sehr gelungen.




Weil wir gerade bei der Natur sind:

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Das typische und bekannte Bilbao:


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Alles blüht




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Fluss und Museum nahe




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Fluss und Museum weniger nahe




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Fluss und Uferpromenade




Die folgende Skulptur stellt eine Hommage an die harte Realität dar. Es geht um Frauen, welche Schiffe von der Flussmündung in den 14 km entfernten Hafen zogen. Im Jahr 1796 wurde damit urkundlich begonnen, indem einem Ehepaar für den Zeitraum von 9 Jahren die Genehmigung erteilt wurde, im Schlepptau Schiffe von der Flussmündung in den Hafen von Bilbao zu ziehen. Am Anfang wurden die Schiffe überwiegend von Ochsen gezogen, auch natürlich von Männern, aber aufgrund der Kosten für den Unterhalt der Ochsen und dem Einsatz der Männer im Krieg (z.B. Napoleonischen Kriege) kam es verstärkt zum Einsatz von Frauen, die sich den Reedereien anboten und weniger Bezahlung erhielten als Männer. Tagelöhner(innen) mit deutlich größerem Angebot an Arbeitskräften als an Arbeit, was nochmals die Preise drückte. Ein hartes Brot für die Zirgariak, so wurden sie genannt.

Übrigens hat es die – auf dt. Treidlerinnen – überall in Europa gegeben und mit dem verstärkten Einsatz der Dampfschifffahrt fand diese Arbeit ihr Ende. Man muss schon nachdenken, wenn man von der guten alten Zeit zu schwärmen beginnt.


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Die Treidlerinnen




Und nachdem bereits 2019 Bilbao Gegenstand des Reiseblogs war, wird hier auf weitere Details verzichtet. Siehe https://klug.co.at/blog5/viewpost.php?id=SpanFran_4.

Etwas allgemeines zum Abschluss


Daher hier an dieser Stelle noch etwas zur 'grünen Küste' von Spanien.

Die 'Grüne Küste', wie die Region am Atlantik genannt wird, hat ein paar Eigenheiten im Vergleich zu südlicheren Küstenregionen. Da wären Wolken und Nebel statt blauer Himmel, schroffe Felsen, die sich mit Sandstränden abwechseln, 25 Grad statt 35 Grad. Dies alles ist nicht störend beim Sightseeing, im Gegenteil. Die Reise wurde auch gut vorbereitet, Ziele und Kleinode ausgewählt, beeindruckende Natur oder Kunstmonumente. Aber in naivem Übermut wurde verabsäumt die Hotels grob zu filtern.

Dies war bisher auch nicht erforderlich, irgendwo fand sich im schlechtesten Fall immer ein IBIS mit 80-120 € pro Nacht. Aber hier ist die grüne Küste anders. Kein Hotel mit gewissem Komfort unter 250 € im Zentrum einer Stadt, max. 3-4 km vom Zentrum sowie mit Parkplatz bzw. Garage und Frühstück. Das ist schon eine Menge Geld und das Preisniveau ist selbstbewusst.


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