Die Ausgrabungen im Süden von Neapel sind ebenso empfehlenswert wie Pompeji. Man wandelt über die Straßen, die bereits vor 2.000 Jahren befahren wurden. Die Anordnung von Häusern und Stockwerken ist bestens in Mustern angelegt und geplant.
Wirklich beeindruckend sind die Mosaike oder auch die Atrien der Häuser. Einige wurden durch die Erdbeben und den Druck in Schieflage gebracht, aber das behindert nicht den Eindruck vom Leben damals.
Es gibt Küchen und Ausschankeinrichtungen, Werkzeug von Handwerkern aber auch angekohlte Betten, Schränke und Tische.
Im Zuge des Fluchtversuches vor den Vulkanmassen haben sich Menschen in Richtung Meer geflüchtet und wurden von heißen Gasdämpfen und Asche eingeholt.
Die Ausgrabungen wurden erst im 20 Jahrhundert ernsthaft vorangetrieben, zumindest ein Grund waren neue Methoden zur schonenden Freilegung der Objekte von den Asche bzw. den Magmaresten. Zwei klimatisierte Gebäude für Lagerung und Besichtigung einer Reihe von Objekten wurden mit Hilfe der EU (zumindest lt. Beschilderung) errichtet. In einem befindet sich der Rest eines Schiffsrumpfs, im anderen verschiedene gefundene Exponate. Und nicht nur aufgrund der vorherrschenden Temperaturen macht der Besuch Sinn bzw. erweitert den Horizont.
Dieses Boot war etwa 8 Meter lang und ca. 2,2 Meter am breitesten Punkt, die Bretter aus ca. 3 cm dicken Brettern.
Der Besucher beschreitet Straßen, Fundamente bzw. Fußböden mit Mosaiken, er tritt auf Türschwellen, natürlich alles aus Stein bzw. Marmor. Trotzdem gibt es Lautsprecherdurchsagen mit dem Hinweis nicht auf antiken Steinen zu sitzen. Das ist zum Einen etwas scheinheilig aufgrund der antiken Steine, die man betritt aber auch etwas unglücklich angesichts der spärlichen Sitzmöglichkeiten bei knapp 40 Grad inkl. Stiegen steigen. Und weil wir gerade bei etwas Kritik sind: Der Personaleinsatz ist beachtlich und obwohl Eintrittskarten mit QR Codes für die Validierung gedruckt und Drehkreuze mit Lesegeräten montiert sind, wird manuell gescannt.