Nikosia – der Norden
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Posted on 7th Jan 2026
Während der Fahrt überrascht die Anzahl an Windkraftwerken und Photovoltaikanlagen. Davon würde sicher die Hälfte in Österreich aufgrund von mangelnden Genehmigungen und Anrainereinsprüchen scheitern.
Der Intercitybus beendet seine Reise am Solomou Platz. Das ist der zentrale Busbahnhof, sowohl für den städtischen Busverkehr als auch für die Intercity-Routen.
Dieser Platz, nächst dem Platz der Freiheit (übrigens von Zaha Hadid gestaltet) stellt sowohl für den Rundgang im Nordteil von Nikosia - türkisch Lefkosa - als auch für den Südteil einen perfekten Ausgangspunkt dar.
Wie sich später noch herausstellen wird, ist die Entscheidung sofort nach der Ankunft in den Nordteil zu wandern, die Richtige. Um ca. 14:00 Uhr hat sich eine lange Schlange vor der Passkontrolle gebildet, mindestens 15 min Wartezeit.
Der nördliche Altstadt-Teil von Nikosia besteht in noch stärkerem Ausmaß als im Süden aus Kleinladenstrukturen mit (meist) gefälschten Markenwaren, türkischen Stoff-Produkten und natürlich Gastronomie in jeder Form. Wie beispielsweise der erste Laden nach dem Grenzübergang verschiedene Formen von Baklava anbietet.
Nicht jeder Laden ist auch bewirtschaftet, dies gibt es aber auch im südlichen Teil von Nikosia.
Als die Anlage nicht nur Cafe- und Souvenierbetrieb zur Verfügung stellte, boten knapp 70 Zimmer Herberge für Reisende. Zwischenzeitlich verfallen, aber nun durch Kleinhandel wieder belebt.
Erbaut im Jahr 1572 nach der Zyperneroberung durch die Ottomanen. Die Briten wandelten das Gebäude in ein Gefängnis um, bis es über mehr als 10 Jahre Dauer wieder aufgebaut wurde.
In der Nähe befindet sich eine weitere Karawanserei, ebenfalls toll restauriert.
Für den Umbau von christlichen und muslimischen Glaubenseinrichtungen in die jeweils andere dominierende Konfession, gibt es überall Zeugen, im speziellen aber in Spanien, der Türkei oder auch hier in Zypern.
Diese Moschee war zuvor eine gotische Kathedrale bis zum Jahr 1571. Danach errichteten die Osmanen Minarette, zerstörten christliche Symbole sowie die Kirchenfenster und fertig war die Moschee.
In einigen Seitenräumen bewahrten die Machthaber eine Relikte fremder Glaubensrichtungen auf wie Grabsteine aus dem 13-ten und 14-ten Jahrhundert. Die meisten Grabsteine haben vorsätzlich verunstaltete Gesichter.
Zum Abschluss – der Muezzin.
Aufgrund der Jahreszeit und damit verbunden auch überschaubaren Besucherfrequenz sind nur etwa 50% der Läden besetzt. Obst, Gemüse, Stoff-Waren, Antiquitäten und andere Produkte noch beim Versuch sich den Titel Antiquität zu erwerben.
Die fruchtbare Insel im Mittelmeer hatte viele Herren in der Vergangenheit. Abgesehen vom Nutzen der archäologischen Funde in Museen hilft die kleine tabellarische Übersicht die Gegenwart zu verstehen.
ca. 700 - 520 v. Chr : Summerer
ca. 520 - 300 v. Chr : Perser
ca. 300 - 60 v. Chr : Mischung aus Eigenständigkeit und Alexander der Große
ca. 60 v. Chr. - 250 n. Chr : Römisch
250 - 670 n. Chr : Byzantinisch (Oströmisch)
670 - 960 n. Chr : Arabisch - Byzantinisch
960 - 1190 n. Chr : zweite Byzantinisch Epoche
1190 - 1450 n. Chr : Kreuzritter
1450 - 1570 n. Chr : Venezianisch
1570 - 1878 n. Chr : Osmanisch
1878 - 1960 n. Chr : Britisch
1960 - 1974 n. Chr : Eigenständig
Geteilt: ab 1974, dies nach einem Versuch der griechischen Militärdiktatur Zypern in Griechenland einzugliedern indem man den Staatschef von Zypern stürzen wollte. Dies führte zum Einmarsch türkischer Truppe und der Umsiedlung von ca. 185.000 griechisch und türkisch-stämmiger Zyprioten.
Obwohl durch die Annexion der Türkei 37% "nur" des Staatsgebietes geteilt wurde, betraf dies 3/4 der wirtschaftlichen Leistung des damaligen Staatsgebietes.
Dass sich dies nun umgekehrt hat verdankt Zypern vor allem der EU, seit 2004 ist Zypern Mitglied der EU.