Abfahrt Genua
Abtei Montserrat, Montserrat, 08199 Montserrat, Barcelona, Spanien
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Posted on 21st Jul 2025
Genua ist von Österreich aus im Grund genommen gut erreichbar. Durchgängig Autobahn und ab Brescia nach Süden auch mit moderatem Verkehrsaufkommen.
Italienische Autobahnen, business as usual. Spannender wird's erst auf den letzten ca. 40 km, wenn man sich, statt einer erwarteten stetig sinkenden Seehöhe in Richtung Küste, in einem kontinuierlichen Kurvengewirr bergauf bewegt.
Die Straßen sind in beklagenswerten Zustand, werden auch an verschiedenen Stellen geflickt, selten sind mehr als 80 km/h auf dieser Etappe möglich. Die geografischen Bedingungen sind aber nicht einfach.
Auch diese letzte Schlussetappe wird gemeistert, ca. 13:00 Uhr, noch genug Zeit für Eindrücke im Hafen bis zur geplanten Abfahrt der Fähre um 15:00 Uhr.
Allem Klimawandel zum Trotz begrüßt die Stadt nicht mit 35 Grad, unter Mitarbeit von ein paar Wolken sind es entspannte 28 Grad mit leichtem Luftzug.
Ein wenig überraschend, aber auch beim wiederholten Mal nun stehen die Gäste für Barcelona an einem anderen Parkplatz am Hafen.
Den Tanger Reisenden gehörte der große Parkplatz, das ist klar, aber für Barcelona Reisende gibt's immer wieder andere Wartezonen, nun, die Genaueser. Bzw. GNV Beamten werden schon wissen, was sie tun.
Etwa 60-70 Barcelona PKWs, 20 Motorräder mit dem selben Ziel.
Alles in allem aber etwas weniger Gäste als üblich, es wird auch das kleinere Schiff mit ca. 190 Metern Länge und weniger Fassungsvolumen eingesetzt.
Um ca. 15:15 Uhr werden die letzten Leinen gelöst und das Schiff verlässt noch langsam fahrend den Hafenbereich. Im Gegensatz zur langsameren Eintönigkeit am Meer gibt es an der Ausfahrt viel zu sehen, Kranschiffe, chinesische Container-Riesen, einige teure Yachten, die Fähren nach Sardinien oder Tunesien oder Schiffs-Sanierungsfälle, man lebt ja nicht nur von der Kreuzfahrt alleine.
Kurz nach der Hafenausfahrt wendet sich das Schiff nach SüdWest, Temperatur und Sonne sind nach wie vor erträglich, insbesondere gepaart mit dem Wind vom Meer, da lässt es sich auch auf einer Sonnenbank an Deck aushalten. Spätestens jetzt, etwa eine halbe Stunde nach dem Verlassen von Genua sorgen das sonore Brummen der Schiffsdiesel und das sanfte Dahingleiten für einen Anfall von Stressfreiheit (gepaart mit einer Prise schlechtem Gewissen).
Die Kleine Zeitung online zu lesen funktioniert erstaunlich gut bis San Remo. Erst dann wird der Abstand zum Festland zu groß und man müsste auf teures Schiff-Internet zugreifen. Gut also, dass man vom Internet nicht durchgängig abhängig!
An der Küste kann man eine recht dichte Wolkendecke sehen, das "Gleiten statt Hetzen" Gefühl wird aber weder durch Wind noch durch Wellengang beeinträchtigt.
Der Morgen am Schiff folgt ebenfalls einem Ritual. Das Boardpersonal spritzt die Deckflächen ab bzw. reinigt mit einem Besen nach. Der Sonnenaufgang auf See ist faszinierender als an Land, da kein Haus, kein Hügel die Sonne behindert. So ergeben sich beeindruckende Bilder.
Die marokkanischen bzw. marokkanisch-stämmigen Mitreisenden lassen sich in 2 Gruppen teilen:
Familien wohnen in den Kabinen, alleinreisende Männer bestenfalls in den Pullmann-Sitzen und da diese doch zu unbequem sind, liegen viele im obersten Deck am Rand des Ganges. Für diese gibt es auch Gemeinschafts-Bäder, die mehrfach am Morgen gereinigt werden.
Die Bar hat 24 Stunden geöffnet und bereits ab 05:30 sitzen einige Männer beim Kaffee, ein Cappuccino um 2,50 € ist sowohl preislich als auch hinsichtlich der Qualität ok. Später verlagert sich die Zusammenkunft an mehrere Tische in einem überdachten großen Raum mit Wintergartenatmosphäre. Dann wird in Gruppen von 4-8 Personen Karten gespielt, kein Muezzin zu hören.
Diesmal gibt es eine erfreulich überpünktliche Ankunft, statt 13:00 Uhr rollt der Ford um ca. 12:30 Uhr von Bord.