Wissenswertes vor dem Eintauchen in die Highlights
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Posted on 5th Jan 2025
Für welche Form von Handel steht das Zentrum von Madrid: Neben einigen wirklich großen Geschäften (wie dem Corte de Ingles") vor allem für kleine Läden. Ich halte das für einen intelligenten Schachzug um die Innenstadt zu beleben. Ja, es gibt trotzdem ein paar Leerstände aber diese sind überschaubar.
Und nun nach Weihnachten steht es für "Rebajas" - für Preisnachlässe.
Die Preise für Bekleidung und Schuhe liegen aber auch ohne 50% Rebajas deutlich unter den durchschnittlichen Kosten in Österreich. Abgesehen von der Schuhmachertradition in Spanien allgemein, ich sage zur "Zapatero".
Traditionell
Fussball
Tagesbedürfnisse
Ein Lob hier den kleinen Carrefour-Express Läden, verteilt in der Innenstadt, von welchen viele 7 x 24 h geöffnet haben, andere 7 x 16. Neben ähnlichen No-Name Läden bieten Sie alles was man braucht in unmittelbarer Nähe zur Wohnung.
China ist nahe
In machen Geschäften - und es ist fast unglaublich - sowohl am Vormittag als auch am späten Nachmittag. Und wir sprechen von einem (von mehreren!) Bekleidungsgeschäften für junge Mode wie dem Nude Project.
In Madrid ist alles zu finden, gehobene aber auch für preiswertes Sättigungsgefühl. Alle Nationalitäten, von teuren Steaklokalen bis zu all "you can eat um 12.95 €" und preiswerten Bierlokalen.
Natürlich darf auch einmal Churros nicht fehlen, das gehört dazu. Allerdings muss ich sagen, dass ich nicht zum Wiederholungstäter für die kalorienreiche und eher fettige Speise werde.
Es klingt nach einem Allerwelt-Satz aber tatsächlich fällt hier in den ca. 6 qkm großen Zentrum von Madrid die Mischung von Wohlhabenden und Armut auf. Obdachlose schlafen auf Bänken oder in den Straßen am Rand der Häuser, Bettler vor Kirchen und hochfrequenten Plätzen.
Ebenso nicht zu übersehen ist die Präsenz von Polizisten. Ich erinnere mich noch an die kleine Rundreise in Israel mit einer Etappe an den Jordan.
Dort konnten Touristen ein Selfie mit den Soldatinnen an der Taufstelle arrangieren, das wird sich hier niemand erlauben.
Der Reichtum will auch beschützt werden:
Sofern man etwas früher, d.h. vor 09:00 Uhr die zentralen Plätze besucht, fallen die Spuren der Nacht auf.
Auffällig auch die Anzahl der Zeugen Jehovas, die der Kälte durch ihren Glauben und eifrige Kommunikation miteinander trotzen.
Ebenso auffällig ist eine beträchtliche Zahl an Reinigungskräften aber trotzdem gibt's überquellende Müllkübel oder Schmutz in den Straßen. Das Laubblasen in Parks auf Sandboden hat übrigens Auswirkungen auf Passanten aber Vorschrift ist Vorschrift.
Das Müllproblem lässt auf ein etwas mangelhaftes Bewusstsein der Konsumenten in Bezug auf "Ordnung" schließen, oder auf zu gedehnte Intervalle der größeren Müllwagen welche die Säcke einsammeln.
Die Aufgabe von Hauptstädten besteht im Repräsentieren von Reichtum und Macht. Viele der eleganten, barocken, detailverliebten und übergroßen Gebäude stammen aus der Phase zwischen 1800 und 1950. Betrachtet man die Anzahl der Kolonien von Spanien kann man schon ermessen, woher das Geld für den zur Schau gestellten Reichtum stammt.
Hier kann ich nur Wikipedia empfehlen, eine tolle Übersicht: https://de.wikipedia.org/wiki/Spanisches_Kolonialreich#/media/Datei:Spanish_Empire_Anachronous_en.svg
Nichtsdestotrotz üben die unterschiedlichen Stilrichtungen einen großen Reiz an Madrid aus.
Nahe Plaza Mayor
Plaza de la Cortes
An der Place Espana
Am Ende darf man aber nicht den Blick vor der Realität verschließen:
So sieht es wirklich vielerorts aus.
Beamte haben es auch in Madrid nicht leicht. Woran ist das zu erkennen?
Nun ein Beispiel: Die meisten der Museen öffnen um 10:00 Uhr. Für den Besuch der touristischen Hauptdarsteller Prado oder Königspalast ist das Buchen der Karten und Besucherzeitfenster obligatorisch, aber man muss auch kleineren Museen eine Chance geben.
Daher auf zum Tempel Debod und die leicht frostigen Temperaturen bewegt man sich schon schneller und ist bereits um 09:30 Uhr vorOrt. Öffnung lt. Schild: 10:00 Uhr, daher noch eine Runde im Park und um 09:50 Uhr neuerlich am Tor. Hier haben sich schon ein paar Personen versammelt, ca. 10 Personen. Ein wenig Zittern in der Kälte ist ok, es überwiegt den Tempel von innen kennenzulernen. 09:57, 09:58, 09:59 - keine rote Nase von potenziellen Besuchern führt zu einer gnadenhaften Öffnung. Aber endlich, 10:00 Uhr ist erreicht, aus den 10 sind 12 Personen geworden, d.h. weiteres Anstehen hält sich in Grenzen.
Nun die Stunde des Besamten: Ohne Buchung über Internet KEIN Zutritt, für heute ist alles voll wird in klar verständlichem English kommuniziert. Drei Personen kommen hinein, wir andere müssen abziehen. Das verrückte daran: Es gibt kaum Besucher um diese Zeit!
Auf zur nächsten Chance, ca. 2,5 km entfernt, ein kleines Museum, das Wohnhaus des Schriftstellers Lopez de Vega. Natürlich zu Fuß, es gibt immer etwas Neues zu sehen, zu entdecken. In dem Wohnhaus angekommen sitzen drei Personen sich unterhaltend hinter einer Glaswand mit Türe. Mit der Frage nach "Entrance and Ticket" unterbrechen ich die Unterhaltung und erhalte folgende Antwort: Um 15:00 Uhr gibt es eine englischsprachige Führung, eine Besichtigung davon ist nicht möglich. Aber immerhin: der Garten kann besichtigt werden, wobei das nicht reicht, um das Überspringen eines literarischen Funken zu ermöglichen.
Die letzte Geheimwaffe: Das Grab von Cervantes in einem sehr nahe gelegenen Kloster. Hier im katholischen Spanien wird ein Kloster noch ernst genommen, da könnte ja jeder kommen. Also wird das Kloster mit Toren und Gittern gesichert, welche vermutlich bereits die napoleonischen Truppen von Plünderungen abgehalten haben. Alles verschlossen, der einzige Trost liegt in einer Marmortafel die zumindest das (unerreichbare) Ziel als korrekt ausweist.
In vielen Großstädten gibt es sichtbares, natürliches und öffentlich nutzbares Wasser. Hafen und Meer oder eine ausgedehnte Nutzung des Flusses wie in Wien, in Rom oder Florenz. Anders hier in Madrid. Websites zu Madrid erwähnen das Gewässer nur in Randnotizen. Um das ein wenig zu erkunden, ist es notwendig die Zentrum-Wohlfühlzone ein wenig zu verlassen. Am Rand des Zentrums, unter dem Palast der Könige, fließt der Manzanares träge vorbei.
andere Strömen oder Flüssen. Madrid hat trotzdem den Uferbereich sehr attraktiv gestaltet, im Winter mit einem großen Eislaufplatz und mit Hütten und Ringelspiel für jung und alt. Auch hier, ähnlich dem Park Retiro, gehört die breite Ufer- bzw. Parkpromenade den Läufern und Hundebesitzern.
Der Manzanares war aber nicht immer so klein und gezähmt. Im 9. Jahrhundert als Madrid gegründet wurde war er ein wichtiges und schützenswertes Gewässer. Die bisher herrschenden Araber bauten hier eine Festum um die Rückeroberung (Reconquista) zu verlangsamen.
Im 17. Jahrhundert begann man den Fluss zu kanalisieren, um ihn mit Schiffen befahren zu können, Schleusen wurden gebaut. Das Vorhaben wurde aber aufgrund finanzieller Schwächen abgebrochen. Vom 16 bis dem 19 Jhdt wurde der Fluss ganz profan als Wäscherei benutzt. Im 19. Jhdt. war es dann so weit, die Kanalisierung des Flusses begann und wurde 1925 abgeschlossen.
Die Wasservögel müssen keine Angst haben, niemand wird sie essen, Vergiftung droht. Das Rinnsal ist von (Schaum)-Kronen gekrönt.
Damit wurde der Fluss künstlich verbreitert