Bevor man in die Schönheiten eintaucht eine Seite dem Land und den Menschen gewidmet. Eher profan aber das macht das Land aus.
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Posted on 8th Jun 2024
Strassennamen, Ortsnamen, Beschriftungen etc. - als unbedarfter Mitteleuropäer würde man vermuten, dass aufgrund der Entfernung von Sizilien (ca. 90 km) ein italienischer Dialekt gesprochen wird. Allerdings, weit gefehlt. Die Sprache Maltesisch ist semitischen Ursprungs, ein arabischer Dialekt liegt dem zugrunde. Die Basis dafür wurde durch die Besiedlung Maltas durch die Araber um 870 gelegt, etwa 200 Jahre später durch die Christianisierung und die Anbindung an Sizilien gewann die dort verwendete Sprache an Bedeutung und nahm damit auch Einfluss auf den arabischen Dialekt. Heute sprechen etwas 500.000 Menschen diese Sprache.
Malta ist - das ist an Hautfarbe, Physiogonomie, Größe etc. ein Schmelztiegel. Es sind sämtliche Kontinente vertreten und kein Anflug von schlechter Laune oder Grant. Im Bus, im Hotel, beim Einkauf, im Museum, wenn man eine Auskunft benötigt - die Menschen sind freundlich und geduldig.
Malta hat es geschafft den öffentlichen Verkehrs mittels Bus zum bestimmten Transportmittel zu entwickeln eine vergleichsweise günstige 25 € Karte für 7 Tage und freier Nutzung aller Busse auf Malta und Gozo ist eine tolle Sache und wird von Touristen umfangreich wahrgenommen. Für Einheimische werden natürlich noch preiswertere Kartenvarianten zur Verfügung gestellt.
Viele der Busse werden elektrisch betrieben alle sind klimatisiert. Am Land, in den Vororten von Valetta und den kleineren Dörfern sind die Straßen hügelig und eng, daher versucht man kleinere Busse hier einzusetzen.
Aber auch das hilft nur begrenzt, Busse müssen im Kreisverkehr mit geringem Durchmesser (und davon gibts einige) öfters reversieren.
Busse gibt es mehr als genug, beispielsweise die Linienbusse. Die maltesische Regierung hat sich offensichtlich zum Ziel gesetzt auch entlegene Winkel der beiden Inseln mit öffentlichem Verkehr zu versorgen, grundsätzlich ein toller Plan. Auch wegen des Linksverkehrs, welches jeden Mietwagenausflug zum Adventuregame verändert.
Neben diesen Bussen gib es die hopon-hopoff Busse. Darüberhinaus Ausflugsbusse für die Kreuzfahrer von Carnival, Costa und anderen Linien. Zu den Bussen gesellen sich die LKWs aus den Steinbrüchen, welche die Baumeister mit Futter versorgen. Die Anti-Bodenversiegelungsinitiativen würden hier auf keinen keinen fruchtbaren Boden fallen.
Im Gegensatz zu dem innerstädtischen Verkehr sind Tangenten zum Stadtzentrum oder Überlandstrassen modernst ausgestattet.
Gesittetes britisches Anstellen an Kreuzungen und im Kreisverkehr gehört zu den abgelegten Tugenden und so genau nimmt man es hier nicht mit der Helmpflicht bei Quads oder mit der fahrt im Heck eines offenen Jeeps.
Allerdings eine Lanze muss man für den maltesischen Straßenverkehr brechen: Die Freundlichkeit der Einwohner setzt sich fort im Verhalten den Fussgängern gegenüber halt.
Tankstellen gibt es ausreichend viele, von groß bis klein. Allerdings überall erstaunt der Preis. Jeder würde annehmen: Malta, eine Insel, Lieferung von Treibstoff stellt eine Herausforderung dar die sich in hohen Preisen niederschlägt. Allerdings: Super bleifrei: 1,34 zu einem Zeitpunkt wo ein Liter in Österreich mind. 1,62 kostet.
Die Leerstände und die Neubauten halten sich die Waage wobei klar ist: An der Küste oder zumindest in einer Lage mit Meerblick, entstehen die Neubauten.
Ein beeindruckendes Beispiel ist die Smart City im Osten der Insel mit Busanbindung und neuer Strassen im Grund genommen in die Wildnis. Bis auf eben die Smart City, mehrere Hochhäuser in modernstem Design mit Logos ausländischer Firmensitze.
In der Innenstadt dagegen gibt es deutlich mehr verlassene und verwahrloste Häuser - gerade in den äußeren Ebenen der Zwiebel.
Die Müllvermeidung wirkt sehr bemüht und beinah sogar vorbildlich auch wenn sich manche südosteuropäische Eigenheit eingeschlichen hat. Was meine ich damit?
Die Müllsäcke werden in der Stadt meist einfach vor die Türe gestellt und das nicht erst in der Früh vor der Abholung sondern bereits am Abend. Angesichts der architektonischen Umstände teils erklärbar aber hier sollte noch daran gearbeitet werden.
Und wie überall - auch in AT - gibt es vereinzelt verschmutzte Hinterhöfe aber die Regierung ist erkennbar bemüht.
Die Tierwelt auf Malta - umfassend betrachtet - lässt sich gar nicht so einfach beschreiben.
Vogelwelt:
Die im Mittelmeer-Raum sehr präsenten Möwen fristen hier ein kärgliches Dasein.
Nun kann man nicht sagen ob die bekannte Landesspeise - Hase in diversesten Formen in Wirklichkeit "Möwe" ist, aber wie auch immer: Das Kreischen der Möwen ist hier faktisch nicht zu hören. Spatzen, Tauben, Schwalben: JA, aber kaum Möwen.
Hunde:
Freilaufende Hunderudel, wie vor Jahren durchaus zahlreich in Athen beobachtet, gibt es hier nicht. Die Stadtverwaltung ist angesichts der noblen Steinböden auf den Meer-Promenaden erpicht darauf diese auch sauber zu halten.
Nutztiere:
Trotz mehrere Überlandfahrten mit dem Bus und sehr aufmerksamer Beobachtung der umliegenden Flächen - kein Rind, kein Schwein, keine Ziege, kein Schaf.
Und ein Hahn war auch nicht zu sehen sondern nur zu hören, also könnte er auch eine MP3 Konserve gewesen sein.
Das ist umso erstaunlicher als dass verschieden Imbiss-Busse sehr wohl "Gebäck mit Schwein" anbieten aber das kann natürlich auch importiert sein.
Fische:
Endlich eine Gattung, die sich nicht versteckt. Fische im Hafen im Schwarmform, Fisch auf den Tellern. Und ganz toll - Fische im seichten Wasser auf Gozo: