Eine Halbinsel als Hauptstadt
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Posted on 8th Jun 2024
Der Kern von Valetta umfasst eine etwa 6 qkm große Halbinsel, an der Ostseite durch eine Mauer begrenzt, an den anderen Seiten durch das Meer.
Wie schon bei der Landung bemerkt, zieht sich die Farbgebung der Häuser auch hier durch, sandfarben dominiert eindeutig und wird nur durch die gestrichenen Holzbalkone oder Türen aufgelockert.
Innerhalb von Valetta gibt es keine Supermärkte und etwas größere Geschäfte sind sehr dezent in das Stadtbild eingepasst. Aber es gibt auch diese Kategorie Handel:
Allerdings ist die Halbinsel keine ebene Fläche, die an den Rändern steil abfällt, sondern doch ein hügeliges Auf und Ab, nur ein Teil der Fussgängerzone rund um die Triq Ir-Republica bis zum Großmeisterpalast ist weitgehend eben.
Malta hat kaum Wasser aus eigenen Quellen und muss aus Sizilien importieren bzw. über Entsalzungsanlagen gewinnen. Beispielsweise gibt es keine Flüsse. Die Verwaltung setzt Gärten sehr sparsam und bewusst ein, hier 2 tolle Exemplare aus Valetta
Upper Barrakka Garden
Der Ausblick von dem Garten, rechts vom Eingang zur Stadt gelegen umfasst den gesamten Hafenbereich. Der Garten reicht zurück in das Jahr 1660 als die Ritter der italienischen Zunge hier einen Erolungsgarten anlegten. Der Garten enthält mehrere Kriegsdenkmäler, immer präsent auf Malta.
Lower Barrakka Garden
Deutlich jünger als der Upper Barrakka ist der Lower Barrakka Gardens.
Wie schon erwähnt haben auch die Franzosen über zwei Jahre versucht der Stadt Herr zu werden, nicht sonderlich erfolgreich. Während eines Aufstandes durch die Bevölkerung gegen die französischen Truppen wurde von diesen der kleine Garten hier angelegt. Mit großer Wahrscheinlichkeit um Gemüse anzubauen.
Am Hafen wetteifern einige Lokale um Kunden aber es gibt keinerlei aufdringeliches Keilen um den Kunden, wie man es fallweise von Venedig kennt.
Der Großmeisterpalast wurde im 16. Jhdt erbaut und war über die Jahrhunderte der Sitz der Regenten im Land.
Als wirtschaftlich sinnvolle Maßnahme wird der Palast gegen Entgelt Besuchern zur Verfügung gestellt, im Fall von staatliche Ereignissen bleibt der Palast geschlossen und dient Höherem.
Der zur Schau gestellte Reichtum ist unter anderem den Zuwendungen für Malta aus ganz Europa geschuldet. Dies reicht zurück in das Jahr 1560 als Malta einen osmanischen Vormarsch überraschend stoppen konnte. Ein Ereignis, das in zahlreichen Gemälden auf der Insel verewigt ist. Und tatsächlich hat Malta eine strategisch wichtige Lage im Mittelmeer zwischen Sizilien und Tunesien.
Die Eigenständigkeit von Malta endete mit der Okkupation durch Napoleon, der Orden wich nach Petersburg aus. Nach knapp 2 Jahren französischer Anwesenheit übernahmen die Briten die Insel als Kronkolonie.
Wenn man den Palast betritt, so erfolgt das über einen geflegten Innenhof.
Es wundert nicht, dass Waffen so präsent sind in Malta. Seit mehr als 1.000 Jahren im Spannungsfeld zwischen Ost und West bzw. Nord und Süd bzw. den zugehörigen Religionsgemeinschaften.
Sind schon andere - kleinere - Kirchen auf Malta ausgesprochen wertvoll ausgestattet, so sticht die St. Johns Co Cathedral in Valetta nochmals deutlich hervor.
Wenn man den Innenraum betritt ist man - ohne Übertreibung - überwältigt vom Reichtum.
Der Begriff Co-Kathedrale rührt daher, dass es eine Kathedrale St. Paul in der alten Hauptstadt Mdina gibt. Diese Stadt hat zwar heute nur mehr ca. 250 Einwohner, aber Kathedrale bleibt Kathedrale.
Der gesamte Boden ist mit Marmor-Grabplatten ausgestattet.
Zahlreiche Bilder internationaler Künstler, vorwiegend italienischer Herkunft
Jedes Reich, welches im Orden vertreten war, hatte seine eigene Kapelle. Genau genommen werden diese Ordensstrukturen Zungen genannt, sie waren vor allem für einen Abschnitt der Verteidigung verantwortlich. Sie stellten eine Herberge (Auberge) oder auch Spitäler zur Verfügung. Jeder Zunge stand zumindest ein Großprior vor.
Hier in der St. Johns Kathredrale gibt es für jede dieser Zungen eine Kapelle.
Das Fort St. Elmo bildet den Abschluss der Halbinsel Valetta in Richtung Osten. Sie wurden 1670-1693 erbaut, das Bollwerk hatte seinen kriegerischen Nutzen auch zweiten Weltkrieg - nun als Museum.
Mehrere Bastionen, eine Kapelle, Exerzierplatz, Unterkünfte, Kanonenstellungen, also alles, was eine Festung ausmacht.
Auffällig: Viele ältere Besucher, überwiegend Briten, teils mit Unterstützung eines Stocks.
Die Kapelle
Das Museum
Der zweite Weltkrieg hat hier tiefe Spuren hinterlassen, beginnend mit Kriegsvorbereitungen 1939 bis zur Rolle als wichtiger Stützpunkt gegen die Deutschen in Nordafrika mit den bekannten Kontrahenten Rommel und Montgomery.
Im ersten Weltkrieg wurde Malta als die Krankenschwester des Mittelmeers bezeichnet. Von 200 Betten am Anfang des Kriegs wuchs die Zahl auf mehr als 20.000, mehrere Spitäler wurden gebaut.
Es wurden fast 140.000 Verletzte aus den Schlachten um Gallipoli und Saloniki wurden hier behandelt.
Die Aussicht von St. Elmo