Mont Blanc aus der Ferne und Heimreise
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Posted on 29th Jul 2024
Und ein eindeutiger und gut gemeinter Rat: MEIDET den Mont Blanc Tunnel auch wenn Google ihn empfiehlt und wählt trotzdem eine andere Route.
Belgier, Niederländer und auch Schweizer (neben anderen Minderheiten) wählen diesen, von Norden gesehen, nächsten Übergang nach Süden. Das Ziel: Von ihren eher verregneten Regionen in das heiße dolce vita einzutauchen.
Die Abfertigung am Mont Blanc Tunnel hat weist einen recht hohen Personalanteil und wenig Automatisation auf. Von einer Spur weitet es sich auf vier Zahlstreifen zuzüglich einer Bus/LKW Spur, um danach wieder auf eine Spur im Tunnel zusammenzuführen, da fehlt eine KI.
Jeder Bezahlvorgang benötigt mindestens 1:30 Minuten. Für ausreichend häufige Sonderfälle muss der Kassier austeigen, nimmt einen großen Alu-Messwinkel zur Hand und führt an zwei Stellen eine Höhenmessung eines Lieferwagens durch. Eine automatische Messeinrichtung steht erst in zukünftigen Budgets zur Verfügung.
Dass es sich für das Tunnelunternehmen auszahlt, den kassierenden Mitarbeiter zum messenden Mitarbeiter zu befördern wird angesichts der Preisstruktur für die Durchfahrt klar: PKW mit weniger als 2 Meter Höhe: ca. 54 €.
Von 2 bis 3 Meter Höhe ca. 72 €, aber für mehr als 3 Meter Höhe liegt der Wegezoll bereits bei 196 €.
Die Preisdifferenz erklärt sich für große LKW oder Busse allerdings gibt es doch auch einige Klein-LKW deren Raumvolumen bestenfalls ein Drittel von LKWs und Bussen hat und kaufmännisch gesehen muss den Fahrern geraten werden rechtzeitig etwas Luft aus den Reifen zu lassen, um die 124 € teuren Millimeter zu erzielen.
Genug des Ärgers über 1:10 Stunde Wartezeit. Milderung erfolgt durch die tollen Ausblicke.
Und das Highlight am Ende, aufgrund der Wolken hoher Seltenheitswert: Die Bergstation auf 3.842 Meter Seehöhe:
Ein paar Preisvergleiche zu Spanien und Frankreich:
Ein Vergleich - Capuccino in Arnedo im Cafehaus kostet 1,65 Euro, ein Illy. Im mobilen Kaffeewagen in Bilbao kostet schon der Espresso mehr als 2 Euro.
Spannender werden die Preisvergleiche, wenn man Lebensmittel oder Treibstoffe vergleicht. 1 kg Pfirsiche in Arnedo 2 € geradeaus (Früchte natürlich aus der Region), 1 kg Pfirsiche in Perigeux (französische Herkunft angepriesen): 4,99 Euro. In beiden Fällen Supermärkte. Preiswertester (gesehener) Diesel in Spanien 1,389 €, in Fankreich 1,89 €.
Die Straße
Der Strassenverkehr in Spanien und in Frankreich unterschiedet sich – wie bereits erlebt und nun bestätigt - deutlich voneinander. Abgesehen von den Geschwindigkeitsbegrenzungen, die in Spanien um jeweils 10 km/h unter denen von Frankreich liegen, gibt es auf vielen Autobahnen alle 10-20 km einen Radarkasten. Vor diesen wird auch höflich gewarnt, wenn man etwas übersieht, dann hilft Google Maps aus.
In jedem Fall aber ist die Radarmessgerätedichte in Frankreich ungleich geringer. Das hat dazu geführt, dass in Spanien die Verkehrsdisziplin höher ist, die Autofahrer folgen kurzfristigen Tempowechseln mit akkuratem Bremsen und beschleunigen. Die Wertung ‚Höflichkeit‘ geht unentscheiden aus, sieht man – wie überall auf der Welt von Fahrern weißer Lieferwagen oder übergroßer SUVs ab.
Die Wertung zu den Raststätten allerdings klar an Frankreich. Holzlastig, liebevoll gestaltet, überdachte Sitzbänke, um den campingverliebten Familien Gutes zu tun.
Zum Abschluss: Die Wertung der meisten Autobahnbaustellen geht ganz klar an Österreich, bedauerlicherweise.