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2019 Israel Tag 7

Totes Meer und Masada

Nächster Tag, Abschluss in Tel Aviv

Posted on 12th Jan 2019

Die Fahrt

Abfahrt in Richtung Totes Meer bzw. Masada. Am Sabbat gibt es deutlich weniger Verkehr, so würde der Transfer zum Flughafen nur knapp 20 Minuten erfordern (an dem man nun vorbeifährt). Der Sabbat entspricht in vielen Lebensbereichen unserem Sonntag.

Nach ca. 40 km beginnt es gebirgig zu werden, aber bis zu den Bergen hin das bekannte Bild – Obst/Gemüse/Baumwollplantagen. Hier sieht man plötzlich Forststrassen auch sind Mountainbiker zu erkennen.

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Am Meeresspiegel



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Israel bietet sehr unterschiedliche Landschaften



Von Tel Aviv bis Masada sind es an die 140 km, davon ca. zwei Drittel Autobahnen. Fallweise drei, meist aber zweispurig. Links von der Autobahn beginnt bald die Westbank, d.h. Palästinensergebiet (wobei es hier drei Zonen gibt mit mehr oder weniger Selbstautonomie). Ähnlich wie in Bethlehem wird uns auf der Rückreise auch eine kleine Demonstration (20-30 Personen) mit Libanon Fahnen, zwar am Autobahn-Straßenrand und unter Polizeiüberwachung aber es bleibt schon ein leicht mulmiges Gefühl. Die Autobahn passiert zwei Mal das Westjordanland und jedesmal halten wir für 10 Sekunden an um den Fahrer erklären zu lassen, dass wir harmlose Touristen sind – und schon geht’s weiter. Bald nach Jerusalem beginnt eine hügelige Wüstenlandschaft.

Die Fahrt zum Toten Meer – bergab – bietet beim Punkt des Meeresspiegels (hier natürlich im Trockenen..) die Möglichkeit zu einem kurzen Fotostopp.
Ein Gesetz in der Region - „wo Touristen halten, da lass dich nieder“ (Eigenkreation) führt dazu, dass ein Kamel von zwei Beduinen als Fotomotiv zur Verfügung gestellt wird. Das Kamel bückt sich und geht zuerst auf die Vorderknie, danach auf die Knie der Hinterbeine und schon liegt es bereit für einen Mutigen aus der asiatischen Reisegrupp. Dieser erklimmt unter lautem Gelächter den Kamelbuckel. Nach ein paar Minuten ist der Spuk vorbei und der nächste kommt an die Reihe. Die zweite Lokation, an welcher Touristen halten, ist eine Raststätte, wo ein WC zur Verfügung steht. Hier an einer Tankstelle hat sich ein kleiner Markt entwickelt der von Salz vom Toten Meer bis zu Datteln alles bereitstellt. Hier bieten sogar zwei Kamele ihre Dienste feil.

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Beim Entladen der Räder

 



Entlang des Toten Meeres wurde ein Naturschutzgebiet eingerichtet, es gibt Murmeltierähnliche Nagetiere, wilde Esel, Gazellen (sehr Gämsen-verwandtem Aussehen) und Schakale. Um diese „Arche Noah“ möglichst friedlich zu halten, werden beide Seiten, Jäger und Beute, von Rangern gefüttert.

Je näher man Masada kommt, desto beeindruckender wirken Gelände und geologische Anordnung.

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Region um das Tote Meer

 

 

Masada

Ein Hügel mit einem Hochplateau von ca. 600 x 300 Meter und etwas mehr als 400 Meter höher gelegen als die Ebene aus der sich nun der Bus nähert. Der Reiseleiter hat einen kurzen Einleitungsfilm in Englisch mit deutschen Untertiteln organisiert, der von den Ausgrabungen und den Dokumenten des jüdischen Historikers Josephus Flavius berichtet, der die Geschichte der ca. 700 jüdischen Zeloten Familien schildert, die im kollektiven Selbstmord endet um nicht in römischer Sklaverei zu enden.

Der Aufstand begann 60 n. Chr. Aufstand fang an und endete hier. Unser Reiseführer macht darauf aufmerksam, dass es sich genau genommen nur um einen einzigen Selbstmord handelt, alle anderen waren geduldete Morde, zehn Soldaten führten die Morde aus und der letzte, der Anführer, sprang in den Tod. Nachtrag - die zweite Quelle sind die überlebenden fünf Frauen und Kinder, sie sich versteckt hatten und dem kollektiven Massaker entkamen.

Die Taktik der Römer war klar, unter der Mauer einen Graben legen, und Feuer entzünden um damit die Mauer zum Einsturz zu bringen und mit Hilfe von Rammböcken und Belagerungstürmen ist das auch gelungen. Selbstmord ist verboten, das Leben ist von Gott gegeben, aber sie haben gesehen, was mit den Brüdern in der Sklaverei passiert ist.
Vor dem Selbstmord wurden Lebensmittel, Wasser etc. über die Mauer geworfen um den Römern zu zeigen, dass es ihnen daran nicht mangelt.

Ort und Geschichte sind heute noch eine der Heldengeschichten des jüdischen Volkes, auf welches man sich gerne beruft. Der Mythos hat - auch wenn nicht alles wahr ist - eine nach wie vor starke Wirkung für den Nationalstolz und das Bewusstsein der Israeli.

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Ausblick nach Nord Osten

 

 

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Von hier kam der vernichtende Angriff




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Faszinierender Ausblick


Übrigens – derzeit ist nicht Hochsaison, somit dauert das Warten in der Schlange nur ca. 15 Minuten. Von der Seilbahn (Doppelreiter) kann man den Fleißigen beim Aufstieg des in Serpentinen angeordneten Fußweges zusehen. Nach 5 Minute ist die Fahrt vorbei und die Hochebene mit .Haus - und Mauer-Resten öffnet sich.

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Seilbahn



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Der Wellnessbereich umfasste Becken mit 3 unterschiedlichen Temperaturen sowie die Mikwe (rituelles jüdisches Bad)



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Mosaik im Bad



Die Besiedlungsgeschichte in Kurzform – Makkabäer, Herodes als jüdischer König unter römischer Herrschaft, jüdische Zeloten, die Römer, byzantinische Mönche die aus Teilen der Ruinen eine Kirche mit teils noch erhaltenen Mosaiken erbauten. Im 7-te Jahrhundert zerstörte ein Erdbeben einiges an Bausubstanz, am Rand brachen auch Teile des Sandsteinhügels ab. Um 1830 begann ein britischer Archäologe mit Ausgrabungen, eine endemische Dohlenart ist nach ihm benannt. Aufgrund der Besucheranzahl sind die Vögel sehr zutraulich geworden und fressen aus der Hand.

Herodes baute hier auch den Nordpalast und starb mit 70 Jahren im Jahr 4 v. Chr. Herodes wurde um 35 v. Chr. König, er entstammt auch einer adeligen Familie der Makkabäer. Noch ein Satz zu Herodes. Herodes war psychisch „belastet“, seine Herrschaft sehr umstritten. So hat er festgelegt, dass bei seinem Tod - um etwaigen Jubel zu unterbinden - 70 Rabbiner ermordet werden sollen. Aufgrund dieser sehr zwiespältigen Vergangenheit ist Herodes als Vorname de facto ausgestorben.

Das Hauptproblem auf der Burg war die Wasserversorgung, da es Regen nur innerhalb des Zeitraums von drei Monaten gibt. Daher wurde über einen künstlich angelegten Stausee (Am Ende eines Wadis) an der Westseite von Masada der wiederum durch menschliche (Sklaven) und tierische Arbeit mit Eimern das Wasser in zwei Zisternen (in den unterschiedlicher Höhe am Berg) hinaufbringen ließ. Von hier wiederum – mit Handarbeit – wurde das Wasser für den konkreten Einsatzzweck in die Badanlagen des Tempels gebracht.

Es geht zurück zur Seilbahnstation und zum Bus.

Totes Meer

Das Tote Meer bietet spannende Erfahrungen, einige sind nicht ganz ungefährlich. Zum einen die geologische Dimension. Bedingt durch das Absenken des Grundwasserspiegels bilden sich Hohlräume, welche überraschend einbrechen. Das macht auch vor der Hauptstraße nicht halt.

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Ausblick aufs tote Meer

 

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Die Krater, eingebrochen

West-Aussicht von Masada (13 sek)





Im Jänner und im Freien zu baden – sollte nicht versäumt werden. In dem kleinen Badeort mit der tiefstgelegenen Bar der Welt wird ein kleiner Badestrand mit einem Bademeister zur Verfügung gestellt und es tummeln sich doch 30-40 Menschen im Wasser. Luft bzw. Wassertemperatur betragen etwa 21-23 Grad, kein Problem. Der Guide gab ein paar elementare Tipps: „Versucht nicht zu schwimmen – außer am Rücken, nicht in den Augen reiben, wenn das Wasser in die Augen gelangt und haltet das Wasser von den Schleimhäuten fern“. Natürlich probiert man es trotzdem und es ist verrückt, Brustschwimmen ist nicht möglich, weil man die Unterschenkel und Füße nicht unter das Wasser bekommt und damit keine Vortriebbewegungen ausführen kann. Daher zurück zum Rückenschwimmen, das funktioniert wirklich beeindruckend gut und entspannt.

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Das kleine Strandbad



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Tiefstgelegene Bar der Welt




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