Über die Karawanken ans Meer.
Posted on 21st Apr 2019
Warum der Loiblpass? Wegen der Aussicht und weil man nicht immer einen Wohnwagen, Bus etc. vor sich hat. Die etwas mehr als 1.360 Meter hohe Grenze zwischen Österreich und Slowenien ist mehrheitlich von Grenzgängern mit "VK" und "KR" Kennzeichzen frequentiert. Der Duty Free führt Slowenien Vignetten, damit ist es für die Reise in den Süden die bevorzugte Route gegenüber dem Seeberg.
Auf der slowenischen Seite beginnt bald dichtes Siedlungsgebiet, die Fahrtgeschwindigkeit wird interessanter nach den beschaulichen Serpentinen nördlich und südlich des Loibl. Landschaft, Stil der Häuser, selbst bestimmte Unternehmen (Rutar, Spar, etc.) machen es schwer Slowenien von Österreich zu unterscheiden. Bis zur Abfahrt in Postojna kommt man gut voran, mühsam werden die nächsten 40 km bis zur kroatischen Grenze. Einspurig, kurvenreich, viele Ortsdurchfahrten, hier tut man gut daran sich an der Landschaft zu erfreuen und die Geschwindigkeit als gegebene Größe zu akzeptieren.
Auf der kroatischen Seite der Grenze erwartet man nach jedem Hügel das Meer zu sehen - und bald öffnet sich die Kvarner Bucht, sonnig und blau, wie es versprochen und erwartet wurde.
Opatija, beginnen wir mit den Vorurteilen:
Vorurteil 1) Ein Urlaubsort für Pensionisten
Ja, es gibt einige Personen in einem Alter, das man der Pension zuordnen könnte. Allerdings ist das nur eine Gruppe, Paare und Familien stellen die andere Hälfte dar.
Vorurteil 2) Ein Urlaubsort für Nostalgiker
Nun, der Grundstein für den Charme von Opatija wurde definitiv in den Jahren ab 1880 gelegt. in den nächsten 20-30 Jahren wurde ein Wasserwerk, ein Elektrizitätswerk, eine Reihe von architektonisch verspielten Villen und Hotels gebaut.
Ich sehe weniger "Nostalgie" als vielmehr zarte Ansätze von Dekadenz, die aber durch die Stadt gefördert werden. Das ist ein Klavierspieler zum Frühstück im Freien in der No. 1 Konditorei, das sind die Fülle an (vielsprachigen) Besuchern, die sich in den zahlreichen Cafes sowie Bars bereits am Vormittag den Cocktails hingeben und den Tag vorbeiziehen lassen. Oder eine Gruppe von Wienern, welche die Terrasse des Hotels Kvarner gebucht haben (1884 gegründet) und dort in ausgesprochen noblem Outfit sich einem kleinen Fest hingeben.
Vorurteil 3) Ein Urlaubsort für Besser-Verdiener
Parkgebühr am Tag 170 Kune (Division durch 7 um auf Euro Beträge umzurechnen), die Preise für Kaffee auf AT-Niveau, ein Grazer Reisebüro bietet 3 Nächte inkl. Fahrt im 4-Stern Hotel um 349 € an, kein Sonderangebot.
Allerdings man erhält: Meer und Grünanlagen, Möglichkeit Sport zu betreiben (Tennis, Radfahren, Laufen etc.) sowie weitgehend saubere Anlagen. Die aufwändige Erhaltung der mehr als 100 Jahre alten Gemäuer ist arbeits - und damit kostenintensiv, zumindest ein Teil der Kosten.
Vorurteil 4) Ein Urlaubsort für Österreicher
Ja, man hört viele österreichische Dialekte, aber eine japanische Reisegruppe, mehrere ungarische Reisebusse, sowie deutsche und osteuropäische Individualreisende und überraschend viele kroatische Flaneure bereichern das Publikum.
Eine Kleinigkeit, an der es noch "room for improvement" gibt: Hunde und deren Abfall. Auf einer nicht allzubreiten Promenade, durchgängig mit Stein oder Beton bedeckt, zwingen die dunklen Erhebungen deutlich zu oft dazu den Blick vom Meer, den Blumen und den Schönheiten der Landschaft abzuwenden. Das wäre nicht notwendig.
Doch zurück zu den Schönheiten und dem, was einen Besuch lohnt. Es ist eine der Destinationen, die auf einer Länge von fast 12 km zwischen Volosko und Lovran fast durchgängig direkt am Meer entlang führt. Man passiert kleine Yachthäfen, Fischerboote und Ausflugsboote inkl., jede Menge gepflegte Bänke um dem Meer zuzuhören, wenn es auf die Klippen trifft. Hier ein paar Eindrücke, entlang der Kaiser Franz Josef Promenade.
Da es noch leicht regnet wird es kein langer Spaziergang, aber die Einrichtungen bzw. Niederlassungen für Gläubige setzen sich fort.
Baum, gepflanzt 1830, gefällt 2010 mit Jahresringen.
Die größte Kirche von Opatija (Maria Verkündigung) ist ein - in der Zwischenzeit von Jesuiten - verwaltetes Objekt, welches um ca. 1906 begonnen wurde zu bauen. Im Innenraum zwischen schlichter Architektur beeindruckend schöne Glasfenster (aus Innsbrucker Glasmanufaktur).
Das Kreuz über dem Altar - verhüllt, wir haben Karfreitag!
Ein Ende der Franz Josef-Promenade - Volosko, das andere Ende der Promenade - Lovran.
Ein würdiger Abschlussblick: