Cordoba
Sevilla zuvor ist natürlich ungleich größer, aber der Eindruck der Gelassenheit und Verschlafenheit hier in Cordoba stellt ein echtes Kontrastprogramm zu Sevilla dar. Insbesondere wenn man um ca. 14 Uhr durch die Gassen schlendert. Lebhaftigkeit vermitteln, zumindest nahe dem Guadalquivir, die Grillen.
Die Stadt liegt also am selben Fluss wie Sevilla, die Altstadt offeriert abseits der touristisch orientierten Geschäfte viel von dem was man sich unter Andalusien vorstellt.
Die Route beginnt am Cordoba Torre De Calahorra. Die Ausstellung im Turm, der am Ufer des Flusses bzw. am Ende der ursprünglich römischen Brücke liegt, bemüht sich das Zusammenleben der Religionen positiv darzustellen bzw. die Gemeinsamkeiten hervorzuheben. Das friedliche Zusammenleben zeigen Präsentationen von Arabischen (z.B. Averroës), christlichen und jüdischen (z.B: Maimonides) Philosophen aus dem 12-ten Jahrhundert. Auch wenn die Bemühungen am Ende nicht durch friedliche Koexistenz gekrönt wurden.
Das Leben damals veranschaulichen
Aussicht vom Turm in Richtung Innenstadt
An vier Tagen in der Woche wird eine weitere Spezialität der Stadt geboten, eine Pferdedressur/Reitvorführung. Das Publikum, mehrheitlich spanischsprachig, sorgt für ausverkaufte Ränge und in knapp 70 Minuten werden reine Pferdevorführungen aber auch Tanz zwischen einer Tänzerin und Pferd/Reiter geboten. Sehr nett – am Ende der Veranstaltung kann man die Pferde streicheln, diese Möglichkeit nehmen viele wahr.
Pferdemann
Trio
Das Highlight der Stadt ist die
Mezquita, die Kathedralenmoschee, eine eigentlich nicht existierende Bezeichnung für das Heiligtum. Die Moschee mit den Hufeisenbögen, dem mit Orangenbäumen versehenen Park innerhalb der Mauern und den mehr als 700 Säulen stellen eine harmonische Komposition dar.
Um 1523 entschied der damalige Bischof den Umbau, der die Harmonie der Anlage definitiv unterbricht. Es wurde eine Kirche im Stil der spanischen Renaissance inmitten der Mezquita gebaut, dafür wurden ca. 70 Säulen entfernt, trotzdem wirkt die Kirche verloren innerhalb der Moschee.
Etwas zur Entstehungsgeschichte: - Um etwa 650 : Westgotische Katedrale
- Um etwa 780 : Aus/Umbau zur Moschee
- Bis ca. 994 : Weiterer Ausbau, vor allem Vergrößerungen der Moschee
- Ca. 1150 : Katholisches Gotteshaus
- Ca. 1490 : Einbau des gotischen Kirchenschiffs
Berühmte Säulen
... kein Ende ...
Die christliche Integration
Der folgende Raum scheint zwar nur eine Nische zu sein, in deren Richtung man das Gebet verrichtet, aber die Mosaike sind mehr als 1.300 Jahre alt.
Der heilige Raum, "Mihrab"
Vom Glockenturm der Kirche/Moschee hat man einen ausgezeichneten Überblick, die Stufen sollten unbedingt erklommen werden.
Am Glockenturm
Definitiv auch einen Besuch wert ist die Alcazar de los Reyes Cristianos. Hier weniger wegen der Architektur der Burg sondern wegen des ausgesprochen schönen Gartens mit mehreren Teichen, miteinander verbunden, den Fischen, die von den Kindern gefüttert werden und den kunstvoll geschnittenen Büschen.
Der Park
Grüne Komposition
Am Ende des Parkes
Klein aber fein ist das sephardische Museum, wie üblich sehr informationsbereit am Empfang und die Zeit bis zum weitgehenden Exodus der spanischen Juden mit der Phase der Konvertiten wird beeindruckend, vor allem anhand von Einzelschicksalen, beschrieben.
Mitten während des Rundgangs singt im Innenhof einer der Angestellten drei Lieder in hebräisch und spanisch, rundet das Gelesene und Gesehene perfekt ab.
Der Innenhof des kleinen Museums
Die Städte hier in Andalusien brauchen begrünte Flächen, sie brauchen Bäume und sie brauchen Wasserflächen (Teiche, Springbrunnen etc.) um das Klima erträglich zu gestalten.
Cordoba hat einiges davon und zusätzlich alle ca. 500 Meter kleine Brunnen, die auf Knopfdruck Trinkwasser spenden.
kleine Teichanlage in Kaskaden
Von dieser Art gibt es einige in Cordoba