In Teil 3 wird Granada besucht.
Zu Teil 4 - Richtung Costa del Sol, Nerja und Malaga
Posted on 4th Aug 2018
Eine Lanze muss auch für jene gebrochen werden, die das Erbe ansehnlich erhalten, pflegen, begrünen, beschneiden und das Unkraut jäten. Gerade in der Früh sieht man noch viele Gärtner und es ist auch klar – ohne tägliches Bewässern wäre die Schönheit nicht zu erhalten Das ist hier in der Alhambra so wie auch in den anderen schönen Gärten in Andalusien.
Die Kathedrale in Granada entspricht der Stadtgröße und dem historischen Boden, trotzdem geht sie merkwürdig in die Breite und weniger in die Höhe. Aber trotzdem ist sie besuchenswert, die Preise für den Eintritt inkl. Audioguide mit 5 € auch erträglich.
Ein weiterer Hügel der Stadt, nur durch einen kleinen Bach getrennt, stellt das alte arabische Viertel dar, die Albaizin. Von der Ferne schon kann man die niedrigen weißen Häuser sehen und mit dem Fahrrad lassen sie sich auch am nächsten Tag (wiederum den Morgen nutzen!) sehr gut erkunden Notfalls das Rad ein Stück bergauf schieben, es geht ja auch wieder bergab, dafür am authentischen Kopfsteinpflaster.
Das Rad bietet die Möglichkeit auch Sehenswertes zu besichtigen, das nicht einfach fussläufig erreichbar ist. So das Kloster des heiligen Hieronymus, eine ehemalige Kartäusereinrichtung. Neben einem sehr hübschen Kreuzgang ist das Kloster reich an großen Bildern mit Märtyrerdarstellungen von Kartäusermönchen verurteilt und getötet durch einen Vertreter der englischen Krone um ca. 1530. Die Ausübung von Religion als Beruf war also zu vielerlei Zeit kein problemloser Broterwerb.
Das Highlight des Klosters ist aber die Sakristei, ein aus Gold, Silber und Marmor bestehendes Barock-Kleinod.
Innerhalb dessen was man als Altstadt bezeichnen kann und wo Zara und Marktbegleiter sich aneinanderreihen wird mit Sonnensegel über mehreren Einkaufsstraßen für etwas Schatten gesorgt. Zwei Anmerkungen noch zu dieser kommerziellen Seite von Granada. Mehrere Verkäuferinnen erweitern das Geschäft aus das Trottoir und bieten Parfum oder Süßigkeiten an. Die Anzahl der Geschäfte mit definitiv ungesundem Süßkram ist überraschend hoch, wird aber auch durch einen recht hohen Anteil an korpulenten Personen bestätigt. Auf der anderen Seite wird auch dem Körperkult gehuldigt. Geschäfte speziell für den Muskelaufbau in Einkaufszentren und überraschend viele Läufer und Radfahrer. Zuvor bereits in Cartagena mit militärischem Hintergrund, hier in Granada trainieren in einem hotelnahen Park alle Altersklassen, darunter eine Jugendmannschaft Handballerinnen (T-Shirt verweist darauf). Allerdings – nach 19:30 Uhr am Abend oder vor 09:00 Uhr in der Früh. Die zwei Tage bringen eine weitere Erkenntnis: Um 21 Uhr essen zu gehen ist üblich, weil dann die Temperaturen mit 25 Grad erträglich werden und die Sonne schon ausreichend Tiefstand hat. Und um 21 Uhr ist es noch so hell wie bei uns um 18:30 Uhr. Teils sitzen die Menschen noch um 22:30 Uhr im Gastgarten bei Speis und Trank.
Noch ein paar profane Punkte zum Abschluss in Granada. Die Audio Guides besitzen unterschiedlichste Qualität und Ausführung. Ein Smartphone in der Alhambra mit sehr guter Navigation, bis zu einem kleinen Sprachausgabegerät in den meisten Kirchen wo man sich an Ziffern orientieren muss. Die Beschilderungen sind teils mit QR Codes versehen, die Websites dazu öffnen aber eher nur in 50% der Fälle, da die deutschsprachigen Seiten nicht richtig verlinkt oder übersetzt sind. Dank Google Online Übersetzung geht’s aber meist. Ach ja, auch hier ein spannender Trend: Durch Security und Eisentore gesicherte Wohnanlagen die auch (natürlich…) keine Grafity etc. aufweisen. Hier in Granada etwas außerhalb der Altstadt gibt es mehrere dieser Einrichtungen. Und last but not least – der Müll. In die Innenstadt bzw. Altstadt gibt es keine optische oder Geruchsbelästigung weil die Müllinseln unterirdisch angelegt sind. Da haben Sie einen Vorsprung gegenüber unseren Breiten.