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Spanien, Andalusien (Teil 1)

12 Tage von Frohnleiten nach Gibraltar und zurück.
Mehrere 1000 Kilometer, von Schneefeldern in der Sierra Nevada bis zum Atlantik, von Paella bis Sherry, von Hufeisenbögen bis Barock, von der kleinen Lliri de mar bis zu gigantischen Gummibäumen.

Teil 1 behandelt die Anreise, Fähre und Ankunft in Spanien.

Zu Teil 2, Cartagena und der Leuchtturm

Posted on 4th Aug 2018

Die Route

Die Route besteht aus Autofahrt, Fähre und indivduell gebuchten Hotels, teils zwei Nächte, teils eine Nacht pro Ort.
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Die Route

 

Die Anreise

Eine interessante Erkenntnis zu Beginn: Falls Sie sich jemals gefragt haben welches Ziel unsere östlichen Nachbarn haben, wenn sie die A2 über die Pack frequentieren, hier die Antwort. Mindestens 80% fahren an den Ausfahrten der oberen Adria ab. Wenige erreichen Venedig und noch weniger Padua mit den Kreuzungen in Richtung Bologna bzw. Mailand.
Mit abnehmendem Verkehrsaufkommen verläuft die Fahrt problemlos, die Autobahn-Überkopfanzeigen verweisen zwar auf Staus bei der Einmündung der Autobahn vom Brenner, aber erfreulicherweise bleiben solche Beeinträchtigungen aus.

Die Strecke Steiermark – Genua ohne Pause zu bewältigen macht aus verschiedenen Gründen keinen Sinn. Zwischen Padua und Verona bieten Autogrill und Kollegen ausreichend Möglichkeiten sein Geld auszugeben. Viele Parkplätze sind nicht frei, man merkt, Europa reist. Das Bedienpersonal an der Autogrill-Station ist solche Situationen gewohnt, routiniert und schnell werden Panini con il prosciutto crudo, Spremuta und cafe con latte bereitet. Eine Spezialität gibt es aber auch hier zu berichten. Natürlich gibt es einiges an Brötchen etc. mit Tomaten und justament steht ein Karton mit Tomaten neben dem Zubereiter der Snacks. Woher kommen die Tomaten? Aus der Heimat des Pomodoro? Aus dem sonnigen Spanien? Weit gefehlt, auch hier reist Europa, sie stammen aus Polen (zumindest sagt dies das Etikett).

Etwa 30 km vor Genua beginnt die A7 sich in eine zweispurige Landesstraße zu verwandeln. Hier beginnt ein niedriger Gebirgszug der das Hinterland vom Meer – und damit von Genua – trennt. Die Straße war schon vor Jahren ein Fleckerlteppich, und ist es immer noch. Tempobeschränkungen zwischen 60 und 90 km/h, mehr verträgt die sehr kurvenreiche abschüssige Straße ohnehin nicht.
Genua ist – bedingt durch das recht steil und schnell ansteigende Hinterland eine langgezogene Metropole. Der Hafen ist auch hier ein Wirtschaftsfaktor, Kreuzfahrten, Facht und Fähren sorgen für Betriebsamkeit. Zwei MSC Kreuzfahrtschiffe (Divina und Opera) verlassen etwas zeitversetzt den Hafen, Fähren nach Korsika und Sardinien warten schon an der Hafeneinfahrt.
Ein Hafen ist auch lebendiges Zeugnis von wirtschaftlichen Verflechtungen. Neben den Reisenden nach Tanger mit eine Menge Waren an Board gibt es Traktoren die Zielhafen Tunis haben, nagelneue LKW mit demselben Zielort. Als Absatzmarkt sind also die Maghreb Staaten für Italien definitiv wichtig.

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Traktoren für Tunis

 

Die Fähre

Die GNV Fanstastic ist – trotz des Namens – nur ein überdimensionierter Meer-Linienbus zwischen Barcelona und Tanger. 90% der Passagiere sind arfikanischen Ursprungs auch wenn die meisten Kennzeichen auf italienische Herkunft verweisen. Wer etwas auf sich hält hat ca. 1,5 Meter Aufbauten in sand- und regendichten Kunststoffeinband gehüllt.

Die Crew, meist ostasiatischer Herkunft, hat auch nur begrenzt Zeit für die Zimmer Reinigung und den Bettzeugwechsel bis am Ankunftsort die Passagiere in die entgegengesetzte Richtung die Zimmer beziehen wollen, somit geht es gerade noch, aber man merkt, dass die Kabinen bestenfalls dem Wirtschaftlichen Diktat von Ein-Stern Hotels unterliegen.

Dem Publikum entsprechend werden Durchsagen, welche Passagiere in Richtung Tanger betreffen, in Marokkanisch (i.e. Arabisch), französischer und englischer Sprache verlautbart und mehrfach weisen Plakate darauf hin, dass Speisen halal zubereitet werden. Ein Satz zur Beladung. Das Schiff mit ca. 200 Metern Länge besitzt 3 Einfahrtstore, die in verschiedene Parkdecks führen. Diese Einfahrtstore sind für verschiedene Fahrzeuge vorgesehen in Abhängigkeit von Höhe und Achslast. Nun könnte man meinen – die ca. 15 Reihen für die Kraftfahrzeuge werden entsprechend bereits gegliedert, sodass das Einfahren parallelisiert werden kann. Allerdings weit gefehlt, es wird spät mit dem Beladen begonnen und so ist man erst mit 2 stündiger Verspätung bereit den Hafen zu verlassen. Vorsorglich hängen im Schiff Tafeln zu den Fahrgastrechten. Man erhält sehr wohl 25% der Fahrtkosten bei einer zweistündigen Verspätung. Allerdings nur, wenn die Reise zwischen 4 und 8 Stunden beträgt. Nach Barcelona darf sich das Schiff 18 Stunden Zeit lassen, also wird wohl nichts aus den 25%, weil - hier müsste die Verspätung schon 4 Stunden betragen.

Am Schiff die übliche Prozedur auf den Passagierdecks warten die Kabinen Stewards, alle fernöstlicher Herkunft, und geleiten gegen kleines Trinkgeld die Gäste zu den jeweiligen Kabinen. Um etwa 09:00 Uhr in der Früh sind wir bereits auf Höhe von Girona, offensichtlich ist es dem Kapitän gelungen die Verspätung teils aufzuholen. An Bord sind Frühstücksbars und das von 8-10 geöffnete Frühstücksrestaurant ist gut besucht, die Reisenden nach Tanger haben mit dem Ausfüllen der grünen Einreisebögen begonnen und helfen sich gegenseitig. Ein durchschnittliches Ausfüllen nimmt doch an die 10 Minuten in Anspruch. 

 

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Die Öffnung zum Bauch des Wales

 

 

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Sonnenaufgang um 06:30 Uhr

 

Barcelona und Gäste

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Die Kreuzfahrer

 

Nach der Ankunft:

Der Regen begegnet uns hier zum zweiten Mal auf der Reise, das erste Mal in Oberitalien, bis etwa 10 km vor Udine (wo die Temperatur sich innerhalb von 30 Minuten Fahrtzeit von 15 auf 25 Grad erhöht) , und nun hier. Eine Mischung aus Wind und Starkregen ca. 10 Minuten nach dem Verlassen von Barcelona führt dazu, dass eine Reihe von Autofahrern am Pannenstreifen das Gröbste abwarten. Nach weiteren 10 Minuten ist der Spuk allerdings vorbei.


Die Fahrt von Barcelona nach Cartagena führt teils der Küste entlang mit Meerblick, teils durch gebirgige Karstlandschaften. Die Autobahnen sind meist in sehr gutem Zustand (anders als z.B. der Autobahn Bologna Florenz in Italien). Trotzdem bleibt diese stark frequentierte Straße von Müll am Straßenrand nicht verschont. Ein erstes Lob hier – es wird auch noch wiederholt - sehr disziplinierte Autofahrer, de facto keine Drängler oder 180 km/h Raser.


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