Ich wünschte ich könnte folgendes schreiben: "Nach einer Stärkung durch Melange und Sachertorte wurde der zweite Teil des Museums erkundet".
Link zum ersten Teil des Berichts
Posted on 9th Dec 2018
... Aber leider hat es der Wiener Kaffeehauswarteschlangengott nicht gut gemeint, daher wurde der zweite Teil ohne Stärkung absolviert.
Das Fest des Erbsenkönigs, Jacob Jordaens, um 1642
Jordaens war ein berühmter flämischer Maler in der Zeit von Rubens und van Dyck. Dieses Gelage basiert auf einem Spiel, wer eine Bohne in seinem Stück Kuchen findet, darf den König spielen. Hier unschwer als der dicke Mann rechts im Bild zu erkennen. Links neben sich die Gemahlin. Nach der Verlosung der Bohne findet ein Fest statt. Hier als unsittlich üppiges Gelage mit sich übergebenden Betrunkenen. Links vom Fenster dringt Licht herein und am oberen Bildrand kann man unter dem Steingesicht den folgenden Spruch lesen: „NIL. SIMILIVS. INSANO. QVAM. EBRIVS.“ („Niemand ist dem Narren ähnlicher als ein Betrunkener“).
Philemon und Baucis mit Jupiter und Merkur, Rubens, um 1622
Dieses Bild zeigt das alte Ehepaar Philemon und Baucis als sie dafür belohnt werden, weil sie als Einzige den Göttern Jupiter und Merkur Obdach gewährt haben. Jupiter hält einen Blitz in der rechten Hand. Die Sturmflut, welche den linken Teil des Bildes dominiert, reißt Tiere, Bäume und Menschen mit sich aber die beiden Alten bleiben davon verschont. Der Maler hat eine Gewitterlandschaft mit dieser antiken Geschichte kombiniert. Auch die Hoffnung hat hier Platz, links unten der Regenbogen bzw. im Hintergrund links wird der Himmel bereits wieder blau.
Das Schicksal der irdischen Überreste von Johannes dem Täufer, von Geertgen tot Sint Jans, Haarlem um 1484
Einleitend - Gestiftet wurde das Werk vom Johanniterkonvent aus Haarlem und wie es sich bei einem gesponsertem Gemälde gehört, sind die wichtigsten Würdenträger im linken Teil des Bildes als Gruppe mit Portrait-Gesichtszügen verewigt.
Das Bild beschreibt im Hintergrund links die getrennte Beisetzung des Körpers und des Kopfes im Jahr 362. Die Szene im Vordergrund erzählt von der Wiederauffindung der Knochen von Johannes im 13-ten Jahrhundert, welche der Maler kurzerhand in das 15-te Jahrhundert transferiert hat.
Die Schöpfungsgeschichte von Lukas Cranach dem Älteren, entstanden ca. 1530
Dieses Bild bildet eine ganze Geschichte ab, beginnen wir im oberen Bild, rechts, mit der Schöpfung von Adam durch Gott (unschwer durch den Roten Mantel zu erkennen).
In der Mitte erkennt man die Schaffung von Eva aus der Rippe von Adam sowie rechts davon die Versuchung und links am Rand die Vertreibung aus dem Paradies.
Der Vordergrund des Bildes schildert das Verbot Gottes vom Baum der Erkenntnis zu essen (wie wir wissen, vergeblich).
Die Saliera, Benvenuto Cellini, um 1540
Diese unglaublich kreative und kunstvoll gearbeitete. Das kleine Becken war für Salz gedacht, der kleine Palast im Vordergrund des Bildes war für Pfeffer gedacht. Das Becken besteht aus zwei Darstellungen von Mann und Frau, welche das Meer und das Land verkörpern. Neben dem klar erkennbaren Dreizack als Hinweis ruhen die beiden auf Tieren, welche für das Meer bzw. das Land stehen.
Die Saliera war/ist auf Rollen montiert, sodass sie am Tisch tatsächlich einfach weitergereicht werden konnte.
Dieses Objekt ist schon eine ganz beeindruckende Arbeit des italienischen Künstlers Benvenuto Cellini (um 1540 entstanden), in der Kunstsammlung des Museums gibt es auch andere Silber und Goldarbeiten, beispielsweise Silberreliefs, welche einen Heerzug beschreiben und aus dem die Darsteller in den Raum zu treten scheinen. D.h. Zeit nehmen!
Wandteppich, Die Besetzung von Goa, 1545
Dieser Wandteppich beschreibt die Eroberung von Goa, Indien durch die Portugiesen unter der Führung von Joao de Castro(um 1545). Entstanden um etwa 1560 war der Künstler nicht vor Ort, hat aber versucht bestimmende Elemente des indischen Kontinents wie z.B. die Elefanten, in die Darstellung einzubauen. Die tanzenden Teilnehmer am Teppich beschreiben die Freude über die Beute.
Ein Musikautomat, Schlottheim, 1582
In dieser Zeit war Augsburg eines der Zentren für diese mechanischen Automaten in Europa. Dieses hier bewegt sowohl die Musikanten, weiters wird Musik wiedergegeben.
Das Produkt war übrigens ein Geschnenk an Kaiser Rudolf II von den Herzögen von Bayern.
Abschließend - beim Verlassen des Gebäudes um ca. 15:15 haben sich sogar noch mehr Leute beim Eintritt versammelt als um 10:00 Uhr. d.h. Samstag + Advent + schönes Wetter + Bruegel = volles Haus!
Da es noch zu früh für die Rückfahrt in die Steiermark ist, und man der untergehenden Sonne und damit aufkeimenden Kälte mit Kastanien begegnen kann, folgt man den Touristenspuren in den Kern des ersten Bezirks.
Dabei ergaben sich folgende 2 hübschen Hell/Dunkel Motive
Abschließend - beim Verlassen des Gebäudes um ca. 15:15 haben sich sogar noch mehr Leute angestellt als um 10:00 Uhr. d.h. Samstag + Advent + schönes Wetter + Bruegel = volles Haus!