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Der Chef

Nach knapp 3 Jahren, teils enger Zusammenarbeit liegt mir daran ein paar Worte zu seinem viel zu frühen Tod zu vermitteln, ein geschriebenes Bild.

Posted on 5th Nov 2023

 

Michael Pachleitner hatte zwei Familien. Natürlich Familie No. 1 - naheliegend: Seine Frau, seine Kinder, seine Mutter, Schwester.
Die Familie No 2 begann vor mehr als 30 Jahren mit einem kleinen Team, ein Kind, das er umsorgt hat, für dass er vieles geopfert hat, das er aufgezogen und zu beachtlicher Größe geführt hat. Einige der "Gründungsmitglieder" sind heute noch im Unternehmen, sie bilden auch die DNA im Kern, ich bezeichne sie nicht zu Unrecht ebenfalls als Familienmitglieder. Aber dieses Kind ist schon längst selbstständig geworden und geht eigene Wege.
Ein Kind, das aber immer mehr Energie gefordert hat und mit dem älter werden - auch wenn man es nicht wahrhaben will - geht die Energie zurück die man investieren müsste. Strategiearbeit, Zukunft gestalten und trotzdem noch mit Kunden verhandeln und immer mit einem Auge die Produktion in Glücksburg beobachten und natürlich Retail in DE und NL vorantreiben - heute noch denke ich mir: Wie hat er geschafft?

Knapp 3 Jahre durfte ich in leitender Rolle in der IT tätig sein und die meiste Zeit davon war er mein direkter Vorgesetzter. Während dieser gemeinsamen Zeit gab es harte Gespräche, gab es Lob, gab es Richtungswechsel aufgrund geänderter Rahmenbedingungen, d.h. Langeweile kam nicht auf.
Und auch wenn mir am Ende die Kraft ausging, war unser gemeinsames Arbeiten immer wertschätzend und sorgsam, auf den anderen achtend und wenn man überforderte, dann stellte man das fest und korrigierte das Verhalten.
Viele Erfolgserlebnisse nebst schwierigen Phasen, aber es wäre auch überraschend, wenn anders.

Viele langjährige Mitarbeiter sprechen über ihn als "der Chef" und tatsächlich passt diese Bezeichnung für ihn. Wie ein Übervater hat er streng und mit unter ungeduldig für sein zweites Kind gesorgt und es geschafft viele Mitarbeiter sehr persönlich zu kennen und sich auch deren Sorgen anzuhören und zu helfen.

Trotzdem: Wenn sich ein Mitglied der Familie No 1 sich am Mobiltelefon gemeldet hat, dann wurde dem Priorität gegeben und anderes - berufliches - unterbrochen.
Tatsächlich habe ich ihn dafür bewundert wie er es geschafft hat seine Familie liebevoll zu umsorgen, gemeinsam Schikurse zu absolvieren und vieles mehr und eine Stunde später wieder komplexe Fragestellungen im Unternehmen zu diskutieren.

Es gäbe noch so viel mehr zu erzählen von Sommerfesten, von einem gemeinsamen Kegel Abend, von gemeinsamen Mittagessen, aber das Bild ist nun rund.

Michael, Danke für Unterstützung, für Vertrauen und für all das, was ich während der Zeit in der MPG lernen durfte .

 

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