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Wer hat die grössten ... Versprechen?

Sind wir tatsächlich so leicht zu beeindrucken?
Ein Muntermacher zu 2017 und dem, was uns erwartet.

Posted on 16th Jan 2017

"Na so schlimm wird schon nicht kommen" und "der Papa wirds schon richten".
Das hat schon immer funktioniert und angesichts der aktuellen Volksreden und den darin enthaltenen Versprechungen fällt uns reflexartig wieder der "Papa" ein, endlich jemand, der alles richtet. Oder zumindest festen Blicks und ebensolcher Stimme dies versichert.

"Mindestlohn 1.500 Euro",
"Bis 2020 zusätzliche 200.000 Arbeitsplätze",
oder "Wir holen tausende Arbeitsplätze von 'auswärts' wieder 'zurück'", entnommen den Sprechblasen jenseits des Atlantik.

Der Vorteil an grossen Versprechungen ist, dass sich in ein paar Jahren genug Schuldige finden lassen, deren Hauptbeschäftigung es war dafür zu sorgen, dass die Vorhersagen nicht aufgehen. Die Geschichte ist voll von Sündenböcken, wir alle wissen wohin das führen kann.

Nun fällt es mitunter schwer zwischen Glaubwürdigkeit und Stimmenfang zu unterscheiden.
Dabei ist es gar nicht so schwer, es gibt ja einige einfache Wahrheiten.
Woran wir unsere Führung messen sollten ist, welche glaubhaften Schritte unternommen werden, welcher mehrstufige Plan existiert um mittel- und langfristig unser wirtschaftliches und damit auch eigenstaatliches Überleben zu sichern.

Mit welchen unangenehmen Tatsachen müssen wir uns auseinandersetzen?

1) "Ohne Produktion, Fertigung und Industrie gibt es auch mittelfristig keine Dienstleistung"

Daher muss die Politik im Rahmen ihrer Möglichkeiten (Steuer, Infrastruktur, Bildungspolitik etc.) daran arbeiten, dass Österreich hierfür attraktiv bleibt.
(Haben Sie schon einmal versucht eine Haarschneidemaschine in einem Elektro-Supermarkt zu kaufen die nicht in P.R.C. gefertigt ist?  Oder ein Lasermessgerät?  Oder...).

 

2) "Unser Gehaltsniveau ist im Vergleich zu unseren südöstlichen bzw. östlichen Nachbarn deutlich zu hoch, ein Facharbeiter in Slovenienq oder Kroatien verdient um bis zu 60% weniger als wir in Österreich"

Daher ist die Forderung nach einem Mindestlohn in oben genannter Höhe kein probates Mittel um Unternehmensansiedlungen zu unterstützen. Übrigens schätze ich meine Leistung nicht um 60% höher ein als sie von den Kollegen in Kroatien erbracht wird.
EU Statistik zu Lohn und Gehalt 2016

 

3) "Unser langer und starker Gesetzesarm sorgt dafür, dass inländischen Firmen nur in Österreich fertigen"

Abgesehen von der rechtlichen "Grauzone"eines solchen Vorhabens sollten wir uns vor Augen führen wo Bevölkerungswachstum entsteht und wo Produkte benötigt werden. Das ist Asien, Südamerika und Afrika. Wie kleingeistig von diesen Regierungen dort, sie erwarten dass ihre Bewohner an der Wertschöpfung mitpartizipieren!
Daher erfordert dies Fertigung bzw. Endfertigung vor Ort, wo die Menschen die Produkte benötigen. damit ist dem von Vorhaben ohnehin eine Grenze gesetzt, und nur unsere Kompetenz und unsere Wirtschaftflichkeit führt dazu, dass bei uns produziert wird.

 

4) "Hohe Steuern, insbesonders auf Arbeit stellen keinen guten Nährboden für Erfolg dar"

Daher brauchen wir einen Stufenplan für eine Verwaltungsreform. Die vielzitierten Maschinensteuern allerdings ebenso wenig, Fortschritt und Effizienzsteigerung durch Technologie lies sich in der Geschichte nie aufhalten, das hat sich nicht geaendert. und wenn wir Steuern erhöhen Gibt es genug Nachbarn die mit Steuersenkungen ausreichend Sogwirkung erzeugen.
Steuerlast im EU Vergleich - Die Presse

 

Viele der erwaehnten Punkte führen kurz und mittelfristig zu weiterem Reallohnverlust und zur Schrumpfung von Vermoegen (wie bereits in den letzten jahren). Aber das ist verkraftbar wenn gleichzeitig die erforderlichen Schritte zur nachhaltigen Gesundung des Wirtschaftstandortes gesetzt werden. Andernfalls werden die Menschen dem Nächsten folgen, der auf die Volksstimme und Stammtische hört.

 

 

 

 


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