Das Highlight der Reise - Gent!
Posted on 29th Jul 2019
Wofür steht Gent: Die Stadt besitzt einen bezaubernden Altstadtkern, von bestimmten Perspektiven betrachtend meint man im Mittelalter aufgewacht zu sein.
Durchzogen von Kanälen, die früher bis zur Nordsee reichten. Aufgrund von Versandungen wurde im Norden der Stadt der neue Genter Hafen errichtet.
Auf den Kanälen tummeln sich Schlauchboote, Kajaks, Ausflugsboote. Eine Reihe von Restaurants haben ihre lauschigen Sitzplätze so angelegt, dass die Balkone über das Wasser ragen, von dort aus kann man Enten, Gänse und Blässhühner und andere Wasservögel füttern.
Die Rundfahrt mit dem Boot um vergleichsweise entspannte 7,50 € erzählt von ehemaliger Braukunst im Augustinerstift, zeigt wie in einem eigenen Zubringer Kanal Nahrungsmittel gebracht und Bier abgeholt wurden, erzählt von aufgelassenen Papierfabriken und Palästen, die der industriellen Revolution zum Opfer gefallen sind wie auch diese schon lange ihr Ende gefunden hat.
Gent ist im Vergleich zu Brüssel eine Kleinstadt, aber in diesen Tagen eine musikalische Großstadt!
Über einen Zeitraum von acht Tagen findet ein Musikfestival statt, es wird die gesamte Altstadt iin einen Jahrmarkt und ein Musikfestival umgewandelt.
Etwa 10 große Bühnen sind auf verschiedensten Plätzen in der Altstadt verteilt, hier wird von afrikanisch-kubanischen Rhythmen bis zu einer Queen-Eevival Band und rappenden Holländern alles geboten was die Leute in Schwung und in Bewegung versetzt.
Die großen Bühnen sind gesponsert von Bier Konzernen oder auch von Bacardi im Fall der Affe kubanischen Big Band .
Das Festival sieht wirklich alle in ihren Bann von jungen Familien mit Kindern bis zu alten Menschen mit dem Rollator. Die Stimmung in der Stadt ist unglaublich entspannt und locker.
Daneben gibt es auch genug Professionalität beim Ausschank oder auch bei Security und den Reinigungsdiensten.
Um etwas der Stimmung zu vermitteln, hier ein paar kurze (< 20 Sek) Videos):
Während dieser neun Tage dauernden Musikfestivals gehen sogar die Kirchen, zumindest die des heiligen Jakobus, andere Wege. Auch hier wird ausgeschenkt, dies neben einer Ausstellung eines 86 Jahre alten belgischen Künstlers, der Motive der Bibel bzw. des Alten Testaments sich zum Vorbild genommen hat und davon Metall Skulpturen mit Verkleidung überzogen gezeigt hat. In der Kirche ein Büffet, mit Speisen und Getränkeangeboten, die Speisen-Bezeichnungen ebenso an die Bibel erinnernd, sicher ein Grenzgang des offenen und unkomplizierten Zugangs zum Glauben.
Der Tag beginnt mit einem Ausflug nach Oostende, dies in der Hoffnung dort ein ähnlich mondänes Seebad wie beispielsweise Quiberon in Frankreich oder ähnliches vorzufinden .
Tatsächlich ist Ostende ein Industriehafen mit weitgehend gesperrten Hafenanlagen.
Ein romantischer Radausflug entlang des Strandes kann hier nicht stattfinden. Der Nordseestrand fällt sehr flach ins Meer ab, man sieht wie weit die Flut in Richtung Dünen zurückreicht. Die Dünen, ca 10m hoch und 30m breit sind auf der Straßenseite mit Büschen wachsen und dadurch befestigt.
Alle circa 300-400m gibt es Übergänge für die zahlreichen Besucher dieser Nordsee Badeorte zwischen Ostende und der belgischen Grenze zu Holland. An diesen Übergängen wird mit Sonnenschirm und aufblasbaren Figuren die Düne erklommen um zumindest einen Meter bis 100 Meter tief in den Nordsee einzutauchen, in Ufernähe geht es ja noch mit den Temperaturen die allerdings kaum über 20 Grad legen sobald man sich einen halben Meter in die Flut wagt.
Die Orte entlang der Küste sind mit der Bahn verbunden so dass man auch ohne Rad oder Auto vieles besichtigen kann, entsprechende Zeit vorausgesetzt.
Noch ein Wort zu den Temperaturen. Die Temperatur des Nordsee Wassers verbirgt kaum Überraschungen, dies im Gegensatz zu den Lufttemperaturen die sich heute locker im Schatten den 36 Grad genähert haben. Sollte man den Wikipedia Aussagen zur Anzahl der Regentage in diese Region trauen, so müsste man von 50% Regentagen ausgehen.