Etappe No 1 führt nach Feldkirch und in die Schweiz
Nächste Etappe - Muelhouse und Colmar
Posted on 29th Jul 2019
Graz Hauptbahnhof für den Reisebeginn klingt nicht nach einem großen Abenteuer. Aber das wird unterschätzt, um 22 Uhr bedeutet das "Security und Polizei" und ehrlich gesagt hat das seinen Grund. Die ethnischen Unterschiede gepaart mit Alkohol haben eine spannende Wirkung. Nach kurzem verbalen und rempelnden Scharmützel ist die Angelegenheit geregelt, aber es ist klar, dass das häufiger vorkommt.
Aber das wäre für sich betrachtet noch nicht abenteuerlich, mit dem Beladen des Autoreisezuges wird es interessanter und mit einem niedrigen Auto bedeutet das "unteres Stockwerk". Damit ist es fast unmöglich beim Aussteigen nicht mit dem Kopf die Härte des Eisens zu testen, aber es geschieht ja nur einmal. Trotzdem - der gesamte Prozess verläuft sehr routiniert und unkompliziert.
Der Liegewagen - Gott sei Dank nur in der Einheit der 4-er Belegung, es gibt auch 6.er Belegungen - wird unweigerlich mit anderen Personen geteilt. So kann man Erfahrungen austauschen, für andere Reisende ist das diese Fahrt mit dem Nightjet bereits öfters Praktiziertes.
Schlafen? Nun, mit Abstrichen, es klappert sicher irgendwo eine lose Arretierung oder Personen am Gang verhalten sich nicht adäquat.
Hygiene-Einrichtungen? Nun, auch mit Abstrichen. WC ohne Licht und Papier, der Waschraum ohne Wasser fürs Händewaschen. Daher klare Botschaft - was man braucht, zur Sicherheit selbst mitnehmen.
Pünktlich? ja, uneingeschränkt.
In der Früh, vor 6 Uhr, betreten wir den Arlberg Tunnel, mit der Einfahrt in Langen am Arlberg beginnt der dunkle Spuk und nach ein paar Minuten mit der Ausfahrt in St. Anton am Arlberg ist er vorbei. Ab nun sind es noch ca. eine Stunde bis zum Off-Boarding.
Die KFZ Kennzeichen bestätigen, der Auto Reisezug hört zu 50% den Schweizern, die auf diese Art und Weise schneller in den Urlaub nach Süden Richtung Kroatien gelangen (siehe T-Shirts von Hajduk Split). Und eine weitere Bestätigung für ein gängiges Vorurteil: Schweizer Deutsch für uns aus dem Osten kaum verständlich.
Das Entladen verläuft - wie das Beladen - unkompliziert und rasch und die Fahrt beginnt in Richtung Elsass-Lothringen.
Ohne Zwischenstopp geht es nicht, daher - warum nicht Schweiz und hier das Kloster Einsiedeln.
Einsiedeln bedeutet nicht unbedingt eine abgeschiedene bescheidene Klause, aber dafür extrem viele Radfahrer.
Das Kloster liegt am Jakobsweg und wer die 900 Meter hohe Anhöhe erklimmt, dem wird ein heiliger Ort begegnen, der mit Bescheidenheit des Namens sein Problem hat. Neben den Devotionalien-Ständen gibt es noch mehrer Geschäfte mit heiligen Artefakten im Ort - und es gibt in der Kirche die Mögiichkeit die erstandenen Devotionalien auch segnen zu lassen. Die erste Kirche bei welcher die schwere Kirchentüre durch einen Sensor geöffnet wird.
Eine völlig neue Einnahmequelle hat sich das Kloster im Zusammenhang mit den Pflasterungen des Kirchenvorplatzes einfallen lassen. Man kann sich seinen Namen in einen Pflasterstein gravieren lassen. Vermutlich nach 15 Jahren von Wind und Wetter abgeschliffen, aber kurzfristig hilft es allen. Vor 1200 Jahren als das Koster gegründet wurde, da sah das sicher anders aus.
Nach Einseideln führt der Weg in Richtung Frankreich, was fälllt auf? In der Schweiz: Penible Sauberkeit, gemähter Rasen entlang der Autobahn, in Frankreich geht man auf den Autobahnen damit legerer um.