Die nächste Reiseetappe führt in den Norden von Portugal.
Posted on 1st Aug 2017
Auf der Fahrt in Richtung Portugal fühlt man sich schnell einsam. Da ein französischer Campingbus dort ein paar Einheimische, kaum sichtbare Häuser. Salamanca liegt schon auf ca. 800 Metern Seehöhe und in Richtung Portugal bzw. nach der Grenze verstärken Hügel und kleinere Berge den Eindruck eines von Tälern durchzogenen Hochlandes.
Auf etwas, dass man als Passhöhe (allerdings noch auf Spanischer Seite) bezeichnen könnte gibt es ein kurioses Geschäft. Ein eingeschossiger einfacher Bau mit allem was man dort zum Überleben braucht. Gewehre, Lebensmittel (fast alles foliert und damit haltbar), Stiefel, Messer, Bekleidung und Benzin. Man kauft dort Teigwaren in 5 und 10 kg Behältern sowie Schinken im Keulenoriginal.
Erste Station in Portugal ist Guimares.
In dieser Stadt zeigt sich erstmals ein Trend, der auch andernorts in Portugal zu beobachten ist. Es gibt einen Hausberg, der mit einer Gondelbahn (aber auch mit dem Auto wenn man sich das antun möchte) zu erreichen ist und auf dem sich eine Wallfahrtskirche befindet. Das Phänomen nun ist aber, dass sich im nahegelegenen Park zahlreiche Steintisch/Bank Kombinationen befinden auf welchen umfangreiche Picknicks stattfinden. Tischtücher, Gasbrenner und anderes, das auf einen Tagesausflug schließen lässt. Sogar Musikanten (Zieharmonikaspieler) ziehen von Tisch zu Tisch und unterhalten.
Auch signifikant für den Norden Portugals sind die großen Granitfelsen, die in Guimaraes, Braga ber auch in Sintra auf den Hügeln zu sehen sind.
Eine Fahrt mit der Gondelbahn zeigt aber noch etwas anderes – die Vermögenden siedeln sich entweder am Meer oder an den Hügeln an. Guimaraes ist die erste Stadt auf portugiesischem Boden mit dem Status eines „Weltkulturerbe“. Im Fall dieser Gemeinde schaffen es die Verantwortlichen die Altstadt homogen und auch bevölkert zu halten. Die Hausfassaden sind empfehlenswerte Fotomotive.
Die nächste Station in Portugal ist Braga, eine Stadt mit weitläufigen Plätzen, einer beeindruckenden Hauptkirche mit angeschlossenem Museum und steht in vielerlei Beispielen für Blumenpracht und verspielte Ornamente.
Der Abend in der Bar „Brasileiro“ mit einem Live Auftritt eines Gitarristen und Sängers, für den man auch Eintritt bezahlt hätte, bestätigt den positiven Eindruck
Auch hier gilt: die Cafés überraschen mit moderaten Preisen.
Der Norden Portugals ist geprägt von Hügeln und Flusstälern, fast alle nach Westen in Richtung Atlantik gerichtet. Um viel von dieser Grundfläche zu nutzen, orientieren sich die Portugiesen nach oben und versuchen die Granitfelsen bzw. Hügel für die Bevölkerung aufzubereiten (siehe bereits zuvor in Guimaraes). So auch in Braga mit dem Bom Jesus do Monte. Eigentlich ein weiteres Marien Heiligtum, wie Maria in Portugal überhaupt einen hohen Stellenwert einnimmt, aber viel mehr noch steht das Hochplateau für Familienpicknicks, lauschige Ruderbootfahrten auf einem kleinen Teich und Mountain-Biker. Dieser Park spendet ausreichend Schatten durch die alten Bäume und natürlich ist die Treppe ein verspieltes architektonisches Kleinod für sich. Übrigens kann man hier einen Teil der Strecke nach oben bzw. unten über eine im Jahr 1882 entstandene Wasserbalast-Standseilbahn überwinden.
Die Kirche hier am Hügel wird auch für Hochzeitszeremonien genutzt, wie der Reis und die Blumen auf der Stiege zur Kirche bezeugen. Auch für uns säkulare Nord-Bewohner neu: Geschäfte für religiöse Symbole sind entlang der gesamten Reise anzutreffen, so auch hier in Braga.