Mit der nächsten Etappe verlassen wir Spanien, verbleiben aber am Atlantik und statten Biarritz einen Besuch ab.
Posted on 7th Apr 2019
Haben sich die Durchschnittspreise der Automobile auf der Straße bereits von Bilbao nach San Sebastian spürbar erhöht, so machen wir neuerlich einen Sprung in dem französischen Seebad.
Hier finden sich alle Schichten von Wohlhabenden; französische betuchte Pensionisten, Familien verschiedenster Nationalität und religiöser Ausrichtung. Das Vorhandsein von Geld wird durch die hohe Zahl an sehr gepflegten Villen bestätigt. Und wer nicht Immobilien sein Eigen nennt, der residiert standesgemäß im Hotel du Palais, einem Palast, der von Napoleon III erbaut wurde und im großen Park einen kleinen Golfplatz beherbergt.
Die Stadt bietet dem Kurzbesucher mehrere Park-Tiefgaragen, aber das Parken in den Straßen bleibt (außer am Stadtrand) den Bewohnern mit Parkgenehmigung vorbehalten. Selbst die Straßenreinigung bewegt sich nur lautlos mit dem Elektromobil der Promenade entlang, anders als in den bisherigen und noch folgenden Städten gibt es keine Bettler auf den Strassen, vermutlich um das Urlaubsfeeling nicht zu beeinträchtigen.
Auch wenn neben Boutiquen und Geschäften für Strandausstattung die Immobilienhändler dominieren hat man nicht den Eindruck dass übermäßig viele Häuser oder Appartements zum Verkauf stehen. Sympathisch - auch hier ist der Zugang zum Strand weitgehend frei, anders als in manchen italienischen Urlaubsdomizilen.
Die vorletzte Etappe führt nach Osten in die Hauptstadt der Region Midi-Pyrenees. Die Stadt Toulouse bietet zwei Kernmerkmale, die einem aber noch Langsam lüftet sich das erste Geheimnis, wenn man die Alleen links und rechts des Canal du Midi entlangschlendert. Sobald man auf die Garonne trifft, wird alles klar. Die Stadt besteht zumindest im historischen Kern aus zahlreichen roten Ziegelbauten, Brücken, Kirchen und Stadthäusern. Sehens- bzw. besuchenswert sind zumindest die beiden Kirchen St. Etienne und St. Sernin sowie das säkularisierte und zu einem Museum umgewandelte Augustinerstift mit viel romanischer Vergangenheit aus dem 11-ten und 12-ten Jahrhundert. In St. Sernin lohnt sich auch ein Besuch der Krypta mit Reliquien vom, unter anderen, ersten Bischof der Stadt.
Das zweite Kernmerkmal der Stadt offenbart sich, bei der Fahrt in Richtung Blagnac. Bald liegen auf beiden Seiten der Straße Unternehmen mit Hinweis auf die Luftfahrtindustrie und der Besuch der Fertigungshallen des Airbus sowie des ausgezeichneten Museums runden das Bild der Stadt positiv ab. Nicht nur weil die Beschilderung der Exponate zumindest zweisprachig (Fr, En) sowie in Blindenschrift ausgeführt sind (was in Frankreich wirklich nicht die Regel ist), sondern auch weil man an der Schilderung der Fertigung des Airbus 380 sehen kann wie wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa erfolgreich durchgeführt wird. Auch wenn es etwas verwundert, dass die Zahl der Fertigungsstellen und damit verbundenen Transportaufwände sich wirtschaftlich lohnen.
Eine weitere profane Erkenntnis - die Preise in Frankreich liegen gut 10 bis 20% über den Preisen von Spanien. Dies beginnt bei den Nächtigungskosten und Frühstück in Hotels der gleichen Kette, und führt zu den Treibstoffpreisen mit ca. 20 Cent Mehrkosten pro Liter und endet bei den Autobahnmauten.
Die Abschlussetappe führt in den Badeort Menton kurz vor der italienischen Grenze. Die Uferpromenade von Palmen und Lokalen gesäumt ein hübscher Yachthafen zur Linken, kurz danach beginnt bereits Italien. Und zur Rechten erreichen wir mit Bahn, Rad oder Auto nach 15 Minuten Monaco.
Berühmt ist die Stadt unter anderem durch ein Festival der klassischen Musik, damit bietet die Menton auch dem Publikum Kurzweil, das mit Sambarhythmen von der Uferpromenade weniger Freude hat. Weitere Vorteile gegenüber den westlicher gelegenen Orten wie Nizza oder Cannes - die Auffahrt von und zur Autobahn dauert fünf Minuten, die Hotels sind bezahlbar und trotzdem hat man nicht nur geografisch sondern auch atmosphärisch das Gefühl an der Cote d azur zu residieren.
Die Empfehlung für den Trip – nehmen Sie sich mehr Zeit, die Landschaft und die Orte verdienen es.