Welcome to jokl's blog

johann.klug@gmail.com
klug.co.at

zoomin
Bildvergrößerung einschalten ('mouseover')

Zurück zum Blog

London (Teil 4)

Von Oxford Street nach Greenwich

Posted on 2nd Apr 2018

Oxford Street

Die Oxford Street beeindruckt mit den Läden, dem lebhaften Gedränge und damit auch mit dem Publikum. Da gibt es die Touristen, alle recht leicht zu erkennen. Bequemes Schuhwerk, regenfeste Kleidung und Rucksäcke. Hier hebt sich der Wohlstand schnell vom Fussvolk ab. Zum einen durch die Fülle an Einkaufstaschen von Victorias Secret o.ä., zum anderen daran, dass „frau“ beschirmt aus dem Geschäft tritt und die Türe des KFZ sich öffnet um Ladegut und Person aufzunehmen. Auch hier fällt die betuchte Klientel aus dem mittleren Osten nicht mehr auf, sie gehört wie auch beispielsweise rund um das Kaufhaus Harrods zum gewohnten Stadtbild.

London00_s
Man kann auch im Regen einkaufen



Überraschenderweise gab es auf der Oxford Street auch zwei (gesehene) Bettlerinnen mit Kopftuch, eine durchaus sinnvolle Lokation, wo eine beeindruckende Menge an zahlungskräftigem Publikum aus dem Mittleren und Nahen Osten entlangschlendert. Noch eine Auffälligkeit auf der Strasse: 3 Prediger, von welchen einer aus der Bibel liest.

Aber die Oxford Street steht für die Geschäfte und die meisten davon haben Wachpersonal, sehr elegant gekleidet und etwas im Hintergrund, davon auffallend viele großgewachsene Schwarze. Wirklich neu war auch ein elegantes Geschäft, welches nur Parfums aus dem nahen und mittleren Osten führt. Mehrere Frauen mit Kopftuch und goldenem Blätterschmuck vor dem Gesicht, da staunt der Hans vom Land.
Doch man darf nicht die Seiten – und Parallelstrassen der Oxfordstreet vernachlässigen. Direkt vor Victorias Secret parken Luxus Limousinen, wäre auch schwierig direkt an der Oxford Street.
Aber den Vogel schoß die Mount Street ab. Auf eine Länge von ca. 400 Metern: 1 Rolls Royce, 3 Bentleys, 1 Aston Martin, 1 Lamborghini, 2 Porsche GTS. Da fallen die AMG getunten G-Klasse Mercedes oder die S-Klasse Mercedes nicht mehr auf, nur mehr schmückendes Beiwerk.
Auch erlebt: ein schwarzer, etwas korpulenter Chauffeur fährt vor, ein schlanker (britisch wirkender) junger Mann geht zum Auto. Chauffeur öffnet den Kofferraum, nimmt dem Jungen die Tasche ab, danach öffnet er die Fond-Türe und schließt sie auch wieder, nachdem der Schützling eingestiegen ist.

Der Hyde Park

London01_s
Die Boote im Hyde Park

 

 

London001_s
Kontrastreicher Ausgang vom Hyde Park an der Lancaster Street

 

 

St. Pauls

Wie schon die Westminster Abbey ist St. Pauls eine Kirche deren Zweck (neben dem eigentlichen Gottesdienst) aber primär der Aufnahme von Gräbern, Sarkophagen oder zumindest Grabsteinen von berühmten Briten dient. Wellington, Nelson, Turner und viele mehr und der Krypta, im Erdgeschoß viele Statuen von britischen Admirälen oder auch Erinnerungsstätten an Gefallende des ersten und zweiten Weltkrieges. Die ältesten Jahreszahlen gehen in das 15-te Jahrhundert zurück.

London02_s
St. Pauls

 

Der Audio Guide ist auch hier sehr empfehlenswert, so wird beispielweise die Funktionen der großen Orgel erklärt oder die Entstehung des Baus. Der Name des Architekten, Christopher Wren, des Architekten des Neubaus nach dem Brand, wird noch einmal an dem Tag auftauchen in einem ganz anderen Stadtteil.
St. Pauls ist weitgehend dem großen Brand von 1666 zum Opfer gefallen und der Architekt hat sich zu einem – für die britische Insel – sehr ausgefallenen Kuppelbau mit mehr als 40 Meter Durchmesser hinreißen lassen. Die Kuppel ist begehbar, ein Innenrundgang und 2 äußere Rundgänge wollen besucht werden und beim Aufstieg zum letzten Rundgang, der "Golden Gallery" steigt man Eisentreppen innerhalb des doppelwandigen Kuppeldaches auf 85 Meter Höhe hinauf.

London03_s
Auf und ab

 

 

Borough Market

Nicht weit von der Kathedrale entfernt befindet sich der Borough Markt. Teils in alten Ziegelhallen, teils unter den Stahlträgern der Geleise. Im Grund genommen besteht der Markt aus zwei Teilen, einem Riesenbuffet, verteilt in kleine Zelte, welche typische Speisen aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt anbieten. Übrigens waren auch Bratwürste und Frankfurter dabei. Der zweite Teil besteht aus Fisch, Fleisch, Gemüse, Brot etc. beeindruckende Vielfalt. Gedränge – Ja, viel Gedränge – auch Ja. Und zu wenig Zeit um entlang zu schlendern!

London04_s
Der Markt



Greenwich

Warum Greenwich besuchen? Dort liegt der ehemalige Tee-Clipper Cutty Sark als Freilichtmuseum, dort liegt das Maritime Museum und dort liegt die Sternwarte und das Haus durch welches der 0-Meridian verläuft. Von dort werden Zeitzonen und die Längengrade gemessen und der Audio Guide erzählt von den Problemen in der Meeresnavigation, bevor dieses neue Messverfahren erfunden wurde, er erzählt von den Familien der Astronomen und es wird auch über die Vorgehensweise berichtet wie es – alleine durch Macht und Größe von Great Britain – zu der Festlegung dort kam.
Übrigens wurde die Sternwarte unter Mitwirkung des Architekten Christopher Wren (St. Pauls!) erbaut.

London05_s
Das Maß der Dinge


Wofür man keinen Audio Guide braucht, sind Erkenntnisse rund ums Wetter. Innerhalb von 5 Kilometern kann es regnen oder trocken sein und das Wetter kann in 30 Minuten von sonnig zu regnerisch wechseln.

London06_s
Davor ...
London07_s
... danach

 

 

Das maritime Museum

Das maritime Museum ist hinsichtlich der Exponate eines wie andere, Barcelona, Venedig oder auch Hamburg sind durchaus ähnlich oder sogar besser ausgestattet.
Aber die Briten bemühen sich – bei allen besuchten Museen in London – die Ausstellungen und das Umfeld sehr familienfreundlich zu gestalten und so intoniert ein in Matrosenkluft gekleideter junger Mann mit den Besucherkindern ein paar Seemannslieder und erklärt den Transport von Tee und Gewürzen aus dem fernen Osten.
Auch dieses Museum fokussiert auf die britischen Leistungen. Darunter fällt natürlich Lord Nelson und die Schlacht bei Trafalgar, darunter fällt der Aufstieg der East India Company und damit Englands und die politischen und militärischen Folgen für den fernen Osten. Es wird vom Sklavenhandel berichtet und vom ersten Weltkrieg, anhand der Karte sieht man die zahlreichen Schlachten (z.B. Jütland) im Rahmen des ersten Weltkrieges, Karikaturen zeigen das Wettrüsten zur See zwischen den Deutschen, den Amerikanern und den Briten.

London08_s
Flaschenpost

 

 

Tate Gallery

Die Tate Gallery hat am Freitag und Samstag Öffnungszeiten bis 22:00 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos, Lob den Betreibern, der Eintritt ähnlich wie in anderen Museen haben wir auch hier ausstellungsteile, die kostenpflichtig sind. Diesmal waren es eine Modigliani und die Picasso Ausstellung. Trotzdem – auch die anderen, ca. 80% Flächenanteile – laden ein moderne Kunst in jedweder Form zu genießen.
Bilder, Skulpturen, Arrangements auch verschiedensten Materialien oder Gebrauchsgegenständen. Vieles lässt ratlos zurück, bei manchem aber erschließt sich der Sinn auch nach dem Lesen der Erläuterungen an der Wand nicht:

London09_s
Es gibt sicher eine Aussage, aber...

Aber bei aller Fremdhaftigkeit mancher Exponate möchte ich auf einen grundsätzlichen Sinn aufmerksam machen. Viele Umsetzungen bemühen sich auf soziale und politische Missstände hinzuweisen. So beispielsweise auf das Schicksal von Prostituierten im Iran zur Zeiten der iranischen Revolution oder auf Hinrichtungen in Griechenland zwischen 1945 und 1955 zur Zeit der Militärdiktatur.
So lange ist das nicht her, das zivilisierte Europa als moralische Instanz bekommt da schon Schlagseite.

London11_s
Tod in Griechenland

 

Dieses Beispiel aus Südafrika vermittelt genug Botschaft

London12_s
Südafrika regt zum Nachdenken an

 

 

Rückflug

Der Rückflug ist freundlich, sogar die Küste bei Dover zeigt sich unter den Wolken (links unten im Bild):

London10_s
Der Ärmelkanal

 


nach oben