Das Wetter wird von der BBC als „heavy rain and breezy“ klassifiziert.
Posted on 2nd Apr 2018
Eine Eigenart von fast allen Einrichtungen ist der die Öffnungszeit um 10:00 Uhr. Man sollte 10-25 Minuten vor Öffnungszeit anwesend sein (ausser es gibt die Möglichkeit per Internet vorzubestellen). Sofern aber noch Zeit bleibt – es gibt nächst jeder Sehenswürdigkeit eine weitere, so hier der St. James Park.
Von Trafalger Square vorbei am Canada house hinunter zur Mall, der langen Allee zum Buckingham Palace.
Hinter einem liegt der Triumphbogen von Admiral Nelson.
Links daran grenzt der St. James Park. Nahe dem Teich sieht man schon die grauen kleinen Sammler, sobald man stehen bleibt nähern sie sich interessiert und nehmen die Mandeln aus der Hand.
Die National Gallery präsentiert eine Fülle von Gemälden, beginnend im 12-ten und endend im 19-ten Jahrhundert. Am Anfang waren dies meist Heiligendarstellungen – abhängig von den philosophischen und politischen Strömungen auch die griechische Mythologie, die Portraitkunst und schlussendlich die Landschaftskunst die Motive in den Bildern. „Wer bezahlt, schafft an“ und das meiste vor dem 18 Jahrhundert waren Auftragswerke von Klerus und weltlichen Adeligen. Natürlich ermüden ähnliche Bildmotive mit der Zeit und eine gewisse Sättigkeit tritt ein. Aber es gibt immer wieder Bilder, die durch Geschichten, die damalige Zeit und deren Hintergrund erzählen, hier leistet vor allem der Audio Guide gute Dienste. Der entspannte Umgang mit dem Museum führt auch dazu, dass es Gruppen von Mal-Lernklassen mitten unter den Besuchern gibt, die an einem Bild malen und von zwei Lehrern unterrichtet werden. Auch mehrere einzelne Maler haben ihre Staffelei aufgebaut und versuchen sich an der Kopie von Meisterwerken.
Aber hier nun zwei spannende Beispiele an Bildern: Holbeins Bild der beiden Botschafter, einem weltlichen und einem geistlichen. In der Umgebung der beiden dominierenden Gestalten wurden durch den Maler Gegenstände dargestellt, die zeigen, womit sie sich beschäftigt haben (Mathematik, Astronomie etc.), wann sie eine bestimmte Reise angetreten haben etc. Das Alter der beiden ist im Bild angegeben und der irritierend geformte Totenkopf weist auf die Endlichkeit des Seins hin.
Das Bild eines Schneiders, ansich nichts Ungewöhnliches in einer Zeit wo Portraitmalerei das Einkommen der Künstler sicherte. Aber hier wurde durch einen kritischen Malerkollegen der damalige Sittenverfall beklagt, weil nun auch „Schlachter und Schneider“ gemalt werden und nicht nur wohlhabende Adelige und Bischöfe. Also – Malerei als Ausdruck des sozialen Wandels.
Nach dem Verlassen des Museums ist am Trafalgar Square die am Morgen (weil Karfreitag) angekündigte Passionsspiel-Aufführung bereits voll im Gange – aber leider im Regen. Es wird die Leidensgeschichte Jesus von Schauspielern aufgeführt und auf einem Riesenmonitor übertragen.
Eigentlich hätte es ein Besuch des Camden Markets hätte werden sollen, aber auch der Regents Park mit dem Rosengarten von Queen Mary sind sehr sehenswert. Wermutstropfen – die Jahreszeit passt noch nicht, 3-4 Wochen zu früh für die hier nur klein-knospende Blütenpracht.
Auf dem Weg dorthin passiert man die Camden high road und hier schaut es schon mehr aus wie das London abseits von Touristen, Russen und arabischem Geld. Die typischen Handy Verkauf und Reparaturgeschäfte mit wenig anmutiger Leuchtreklame, kleine Imbissläden und ebensolche Wäschereien und auch geschlossene Geschäfte sind zu finden. Wem die Müllsäcke im Bild auffallen – dies hat den Grund, dass (ähnlich wie in manchen südeuropäischen Ländern) die Müllsäcke am Abend auf die Strasse gestellt und im Verlauf des Vormittags von der Müllabfuhr abgeholt werden. Es ist nicht besonders warm, daher keine Geruchsbelästigung.
Nach dem Durchwandern des Regents Park gelangt man zu einem Park-Halbkreis, dem Regents Park Cresscend. Die omnipräsente Bautätigkeit macht auch hier nicht halt, nur etwas spezieller. In dem Halbkreis werden rund um die alte Fassade modernste Wohnungen gebaut, d.h. es steht nur die Fassade, gestützt von Stahlgerüsten um das einheitliche und noble Ortsbild zu erhalten. Sogar die Baustellenabsperrungen sind teuer, die Türen zur Baustelle sind mit Nummernschlössern, in der Türe eingelassen, gesichert.
Der letzte Museumsbesuch am Tag fällt auf das naturhistorische Museum. Auch hier ein positives Bild zu dem Gebäude in der Cromwell Street. Zum Einen ein architektonisch imposanter Bau, zum Anderen gibt es im Geschäft einige „volunteers“, welche freundlich Erklärungen zu Fundstücken und Ausgrabungen liefern. Es gibt mehrere Bars und kleine Cafes, unter anderem den T-Rex Grill. Und das Beste am Schluss: Der Freitag ist der lange Museumstag, bis 22 Uhr hat man Zeit die Entstehungsgeschichte der Menschheit bis zur Dinosaurierabteilung zu erkunden. An der Mineralienausstellung werden sich auch andere die Zähne ausbeißen, es ist einfach zu viel…
Da nimmt man auch in Kauf, dass Spezialausstellungen extra Eintritt erfordern und nicht alle Abteilungen geöffnet sind. Ähnlich wie beim kunsthistorischen Museum kommt man um die 5 € an freiwilliger Abgabe nicht herum, freundlich aber direkt wird man eingeladen zu spenden.