Bedingt durch einen sehr morgendlichen Flug bleibt am Ziel viel Zeit für die ersten ausladenden Schritte auf der Insel.
Posted on 2nd Apr 2018
Der Flughafen Heathrow - bei der Einreise begrüßt Schalter Nr 36, wenn das aktuelle Gesicht des Einreisenden sich nicht vom Computer zum Passbild finden lässt. Weil – wenn alles rund läuft, dann würden die ca. 15 „Kamera – Pass Automaten“ den EU-Member identifizieren, aber vielleicht sind meine Haare etwas länger, daher…
Aber auch Nr. 36 ist recht schnell passiert und nun folgt der Gang zur U-Bahn, es ist alles gut beschildert, es wird die Oyster Card am Automaten gekauft, alles problemlos und schnell. Die preiswerteste Lösung für den Trip in die Stadt ist die Tube. Die U-Bahn nicht neu, aber weitgehend sauber und bringt einen schnell ans Ziel.
Ein kurzer Ausflug zum Verkehr. Es gibt viele rote Busse, die meisten davon in neuer Doppeldecker Ausführung. Das umfangreiche U-Bahn Netz (mit unterschiedlichen Tarifen zur Rush hour und ausserhalb) bewältigt die Transportmassen sehr gut (zumindest meine Erlebnisse dazu). Die dritte Säule: es gibt – auffallend – viele der typischen Taxis mit getrennter Fahrerkabine (meist schwarz, aber einige auch mit Werbebotschaften und anderen Farben versehen). So gesehen wundert es nicht, dass man vergleichsweise wenig PKW auf den Straßen im Zentrum sieht. Also ganz klar, London schafft es, zumindest im innerstädtischen Bereich, die öffentlichen Verkehrsmittel in einer sehr attraktiven Frequenz und Form anzubieten.
- Schlange-stehen ist Gebot, das gilt bei der Passkontrolle, bei U-Bahnschaltern, beim Marktstand etc.
- London ist nicht billig, vor allem Hotels oder auch das öffentliche Verkehrsnetz ist kein Sonderangebot.
- Regen und Wind können nerven, aber ein wirklicher Wolkenguß blieb erspart.
- Die Polizisten, Bedienung in Geschäften, Gastronomie etc. – sehr höflich, manchmals auch freundlich. Allgemein gesagt: Briten sind höflich, professionell freundlich aber weniger herzlich.
- Das Demonstrieren von „wir sind anders“, dokumentiert durch Maßeinheiten, Linksverkehr und Stromanschlüssen ist schon auffällig.
- Eine ganz interessante Entwicklung ist in der Gastronomie im Zentrum zu erkennen. Neben den Pubs, die meist kunstvoll gestaltete Portale bzw. Fronten aufweisen, gibt es eine Fülle von gesunden „ToGo“ Einrichtungen. Vom Porridge über frisch gepressten Orangensaft bis zu – häufig – veganem Fast Food.
- Die bei uns hohe Dichte an Supermarktketten ist hier – zumindest in den besuchten Stadtteilen von Kensington bis Whitechapel nicht vorhanden, stattdessen Kaufhäuser mit (meist) gesunden Fertigprodukten. Hier und da ein kleiner Supermarkt, ein Tesco express oder ein Waitrose Geschäft.
- Weniger als 20.000 Schritte pro Tag sind zu wenig! Gemessen mit Garmin Pulsuhr.
Die erste Station der Reise ist Harrods. Recht zeitig am Vormittag gibt es eine Dreiteilung an Publikum: Die Touristen, mit offenem Mund vor lauter Staunen und der Digitalkamera/dem Smartphone in der Hand leicht zu erkennen. Die Verkäuferinnen und das Wachpersonal, auch leicht zu erkennen. Und das Kaufpublikum aus dem nahen und mittleren Osten, auch leicht zu erkennen.
Einen bodenständigen Aspekt gab es auch zu sehen - ein Mitglied des Wachpersonals lässt sich freundlich mit Kindern fotografieren (aber vermutlich auch Teil der Stellenbeschreibung…).
Tatsächlich bin ich wieder froh das Geschäft zu verlassen, es ist ein dekadenter Tempel mit Luxus-Innenarchitektur (... es ist nicht nur Neid...).
Die erste kulturelle Sehenswürdigkeit ist die Westminster Cathedral/Abbey.
Hier kam es übrigens erst- und einmalig zu einer Wartezeit von mehr als 25 Minuten (und das im Regen).
Sie gehört zu den Kirchen, die in hoher Zahl Grabstätten oder Grabsteine von berühmten Briten aufgenommen haben. Das umfasst nicht nur Könige, Adelige oder hochrangiges Militär, sondern auch Verleger oder anderer „Geldadel“, der sich den Eintritt hier leisten konnte.
Die Verherrlichung von einzelnen Persönlichkeiten aus dem 16-ten bis 18-ten Jahrhundert wich verstärkt der Danksagung an die Soldaten im ersten und zweiten Weltkrieg in Europa sowie in den Überseekolonien.
Neben den Besuchern wird die Messe gefeiert, nur durch ein Band getrennt, die weiblichen Priester unterhalten sich mit Kindern, alles sehr locker und unprätentiös.
Die Kirche ist im Stil der Spätgotik erbaut, viele Seitenkapellen, wunderschönes Chorgestühl – und durchaus viel Architekturähnlichkeit zu den Kirchen in Nordfrankreich.
Der Garten des Klosters
Die zweite Station ist der Tower von London. Die Burganlage an der Themse beherbergt die Kronjuwelen, wie in den meisten Museen kurze Taschenkontrolle, aber keine Wartezeiten.
Natürlich sind die Kronjuwelen „nett“, die Steine wetteifern mit Karat-Angaben aber spannender ist die Geschichte. Man erfährt vom Bau des Kerns durch den Normannen Wilhelm dem Eroberer, von den Stallungen für exotische Tiere wie Elefanten, Tiger, Löwen und Affen. Sobald man dies weiß, versteht man auch die Kunstwerke im Gras und an der Mauer, aus dichtem Draht geformte Tiere.
Ausgehend vom White Tower und den Ausbauten wird die Vergangenheit aufgerollt, zeitgenössische Bilder geben lebendige Eindrücke. Wenn man den Schautafeln Glauben schenken darf, wurde die Folter in England nur selten eingesetzt, aber eben auch an diesem Ort (neben der Funktion als Kerker). Über mehrere hundert Jahre war hier eine zentrale Münzprägestation angesiedelt.
Am Gelände des Towers lebt auch Personal, behütet von eigenen Wachposten.