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Von Hamburg bis Travemünde (Teil 2)

Ein Reisebericht zu einem Kurztrip in den Norden von Deutschland. Hier Teil 2 - Hamburg mit Auffälligkeiten und ein Ausflug nach Lübeck und Travemünde.

Posted on 15th Apr 2017

Kapitel 3: Auffällig (für Nicht-Hamburger)

 

Die U-Bahnstationen

Diese sind ausgesprochen sauber und frei von verhaltensauffälligen Ghettoblasterträgern o.ä. Bei genauer Beobachtung wird aber klar, dass dies der Verdienst der lückenlosen Videoüberwachung zu verdanken ist, die sich übrigens auch bei vielen privaten und öffentlichen Bauwerken wiederfinden lässt.
 

Die Bautätigkeit rund um die Hafencity

Es wird Wohnraum und Büroflächen errichtet. Natürlich fragt der Hausverstand, ob man dann plötzlich tausend neue Unternehmen als Mieter erhält, oder ob es nicht vielmehr so sein wird, dass andere Stadtteile dafür verfallen. Aber im Moment wirkt alles ungemein geschäftig, einfach trendig. Daneben ist die Nachnutzung der Speicherstadt für Museen und Veranstaltungen oder auch als Teppichlager aber noch nicht abgeschlossen und stehen ausreichend Leerräume zur Verfügung. 
 
Bauen Elb 840 statt 77 Mio
Bauen (mit viel öffentlichem Anteil...) Beeindruckende Elb-Philharmonie anber 840 statt 77 Mio
 

Vereine und Stiftungen

Das dürfte ein norddeutsches Phänomen sein, weil auch in Lübeck für Kirchensanierungen o.ä. Stiftungen einen wertvollen Beitrag leisten und auch als solche vielerorts deklariert werden. In den Vereinen arbeitet man meist ehrenamtlich und ist damit gemeinnützig tätig. Ein sehr lobenswerter Zugang weil damit das Gemeinschaftsleben gefördert wird und das Nehmen aber auch Geben in der Gesellschaft ausgeglichen wird.
 

Wind und Regen

Sowohl in Hamburg als auch in Lübeck bzw. Travemünde gehört der Knirps zur Standardausstattung und es verwundert angesichts des kräftigen Windes, dass weder Elbe noch Alster zum Friedhof von bunten aber toten Schirmen wurden.
 

Der Tidenhub an der Elbe

Beeindruckend ist der innerstädtische Tidenhub. Hier zwei Bilder von der "Holzbrücke" (heisst nur so), das Gewässer ist der Nikolaifleet. im linken Bild die Ebbe, im rechten die Flut. Den Unterschied sieht man am besten an der Neigung der schwimmenden Stege. Der durchschnittliche Unterschied zwischen Ebbe und Flut beträgt beeindruckende 3,66 - und das obwohl Hamburg über 140 km von der Mündung der Elbe in die Nordsee entfernt ist.

Ebbe Flut
Ebbe Flut

 

Zum Wesen der Stadt und der Städter(innen)

Ein schnelles und eher oberflächliches Urteil - der Fokus liegt in "Unterhaltung" und "schneller Ernährung". 
Und der "Menschenschlag", der Typus: Zum Einen die direkte Offenheit, zum Anderen die Kommunikationsfreudigkeit. Nach dem Weg, nach der Bus-Abfahrt gefragt? Kein Problem!
Wenn man sich als Tourist outen möchte - einfach grüßen: „Guten Tach“ oder „Tach“ und „Tschühüss“ oder „Tschüss“ sind der Standard im Norden (aber selten der Standard der Touristen).
 

Arm und Reich

Man darf sich nicht von der übergeschäftigen Bautätigkeit täuschen lassen. Obachlose schlafen auch in den nobleren Stadt-Bezirken in erprobten Nischen im Freien.


 

Kapitel 5: Die abschließende (völlig subjektive) Wertung zu Hamburg

Öffentlicher Verkehr
  
 
Freundlichkeit
 Ein Punkt Abzug für die etwas direkte Art
Historisches Sightseeing
 
Allgmeines Sightseeing
 
Gastronomie
 Preiswert ist nur Mainstream-Food
Wetter
 Bei Ankunft Regen, bei Abflug Regen
Erlebnisfaktor
 

 

— 

Während der Bahnfahrt zwischen Hamburg und Lübeck (slawisch - die Liebliche) wird ein Charakterzug von Schleswig Holstein erkennbar. Tiefgrün (kein Wunder bei ca. 13-18 Regentagen pro Monat) und Viehzucht.



Kapitel 6: Lübeck und Lübeck-Travemünde

Wofür steht diese Region: Für Backstein in roher und glasierter Form in ausgesprochen kunstvoller Anordnung.
 
Holsten Tor Fachwerkshaus
Das Holstentor Fachwerkshäuser
Dom Schief und Schief
Dom Es muss nicht immer ein rechter Winkel sein

 

Lübeck ist berühmt für die sieben Türme (bei aller protestantischen Bescheidenheit). Sie sind de facto alle in Backstein gehalten und haben so, zumindest in der Grundsubstanz, viele Jahrhunderte und Kriege überlebt.
Auch eine Erkenntnis - Der Karfreitag wird als hoher Feiertag der Protestanten sehr ernst genommen, und nur zögerlich öffnet Gastronomie am Vormittag, alles andere bleibt verschlossen.
Lübeck hat wie viele andere Städte das Problem der Innenstadtflucht. Zu viele 2nd-hand Läden oder Beratungsstellen halböffentlicher Natur bzw. Psych-und Lebensberatung, internationale Kulturvereine, Kebap Läden etc. und natürlich einige leerstehende Lokale. Aber solange ein großer Karstadt darunter ist, ist die Welt noch in Ordnung.
Eine Besonderheit weist Lübeck auf: Ein Kaffeehaus, mit Namen "Wiener Kaffeehaus" in sehr guter zentraler Lage und entsprechendem Preis. Der Kaffee erhält eine Eins, die Süsspeisen bieten noch Raum für Verbesserungen. Trotz der berühmten Lübecker Marzipans dürfte Sachertorte und Apfelstrudel keine Kernkompezenz des Nordens sein.
Durch die Anordnung der Stadt zwischen Trave und dem Elbe-Lübeck Kanal ergibt sich ein weitläufiges Erholungsgebiet mit verstärktem Jogger-Aufkommen.<br/ Von Lübeck Hauptbahnhof ist man nach 20 Minuten Busfahrt in Travemünde. Vorbei am skandinavischen Hafen landet man schließlich im Stadtteil Lübeck-Travemünde.

 

Travemünde - ein großzügiges und weitläufiges Seebad mit kleinen Bausünden

An der Strandpromenade sind die Dauer-Seebadbenutzer schnell zu erkennen, Schirm und Regenjacke, aber bereit sich in einem der komfortablen Strandhütten oder Holz-Drehsessel den sporadischen Sonnenstrahlen zuzuwenden.
 
Travemünde Haus Strandkorb
Travemünde Haus Strandkörbe
Strand Wetter
Strand Licht und Schatten liegen eng beeinander an der Ostsee

 


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