Weil - Anfang Juni hat es sonnige 30 Grad, der Wind ist ein falscher Freund, daher sind die teils klimatisierten Pavillons der Biennale eine willkommene Abwechslung.
Posted on 5th Jun 2017
Für Venedig ist die Biennale sehr wichtig, weil sie einen spürbaren Mehrwert für die Besucher darstellt. Es zeigt Venedig als offene, lebendigte, jugendliche Stadt, die nicht nur auf den langsamen Tod wartet sondern als ein Weltkulturzentrum ihren Platz einnimmt.
Manche Kunstwerke eröffnen sich in ihrem Zweck, in ihrem Streben schneller, die Aussagen sind klar und erkennbar, andere wiederum hinterlassen einen eher ratlos.
Trotzdem sind viele Themen wichtig, ein Auszug:
- Holland stellt sich der Demokratie und Entkolonialisierung
- Russland hat als Thema den seelenlosen Bomben-Terror und das Internet als verschlingende Bestie
- Neuseeland aber auch Chile nehmen sich des Problem von Minderheiten bzw. Ureinwohnern an und dem Umgang mit ihnen an
- Griechenland hat als Thema "Das Labor der Dilemmas". Es legt einen Laborversuch auf die Tragödie des Königs von Argos um. In diesem Stück des griechischen Dichters Aischylos geht es um die Rettung von geflohenen Frauen aus Ägypten und der damit verbundeen Risiken.
Viele auch mit Einbindung des Publikums wie der japanische Pavillon oder dieser hier (Land leider entfallen) binden die Besucher in das Kunnstwerk mit ein.
Oder im Garten auf Arsenale wo es bequeme Liegestühle für die ermüdeten Besucher gibt und die Aufschrift an der Decke des Sonneschutzzeltes fragt: "Wie sieht das Paradies aus?" (ähnlich wie dort im Garten...).
Um ehrlich zu sein - manches ist auf den ersten Blick fragwürdig - beispielsweise Videoinstallationen, die mehr oder weniger die Protagonisten in Zeitlupe gehend, miteinander interagierend etc. zeigen. Hier braucht man schon sehr viel Zeit um den tieferen Sinn zu erfassen sowie erforderlich: die Erläuterungen in de Booklets/Beschreibungen, welche aber meist am Eingang zum Kunstwerk aufliegen.
Meist fehlt mir diese Geduld und Zeit, es würde mindestens 2 Tage erfordern um die großen Ausstellungsflächen in Giardini und Arsenale intensiv zu erforschen und hinzu kommen noch die über die gesamte Stadt verteilten kleineren Ausstellungsflächen.
Angenehm diesmal - viele Sitz- und nicht überzogen teure Konsumationsmöglichkeiten im Giardini.
Damit bleibt als Botschaft - es zahlt sich aus Venedig zu besuchen, es ist kein ganz preiswertes Unterfangen, daher 2-3 Tage vorsehen.