Worin liegt das Geheimnis der ca. 50.000 Einwohner großen Stadt?
Zum Einen bietet Larnaca (bzw. ganz Zypern) eine Ganzjahressaison. Es gibt auch im Winter einiges zu tun und es hat immer eine zwischen 10 und 15 Grad höhere Temperatur als wir in Mitteleuropa. Larnaca liegt unmittelbar am Meer, einem sauberen Meer, offener Zugang inklusive.
Die Stadt lässt einen - auch mit kleiner Barschaft - nicht verhungern, dies noch dazu mit großer Vielfalt. Und last but not least benötigt man eine knappe halbe Stunde vom Flughafen in die Stadt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Der recht kleine Flughafen hat übrigens im Jahr 2025 mehr als 13 Millionen Gäste transportiert. Hier eine Auswahl der Fluglinien über dem Meer:
Zudem versuchen sie ein wenig Urtümlichkeit zu bewahren.
Die Bautätigkeit ist unglaublich intensiv, Bauträgerwerbung ist nicht zu übersehen. Am Stadtrand finden sich viele noble Villen in lokalem Stil, dort kann man nicht von bescheidenen Verhältnissen sprechen.
Wie schon anhand der Liste der Abflughäfen nach Larnaca ersichtlich haben wir in Zypern ethnische und religiöse Vielfalt.
Die meisten der Bolt und Foody Fahrradboten dürften aus Pakistan oder Indien stammen. An der Strandpromenade treffen sich mehrere kleine Gruppen an Turbanträgern, die russischen Sprachfetzen sind allgegenwärtig, auch wenn sich kein Abflughafen aus Russland gefunden hat. Dazu ein paar Schläfenlocken tragende Jugendliche aus Israel zuzüglich Familien und natürlich andere Angehörige muslimischen Glaubens welche vom Muezzin der lokalen Moschee um ca. 18:00 Uhr gerufen werden.
Soweit in knapp 3 Tagen gesehen: Keine Auseinandersetzungen, keine Pöbeleien, kein aggressives Gehabe. Würde der Hochtourismusregion dunkle Flecken auf weitegehend weißer Weste bescheren.
Vielfalt
Auch sie halten die Stadt am Leben:
Ein netter Gang bei verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Mittels QR-Code öffnet sich ein Audioguide im Stil eines Telefonanrufs.
Diese griechisch-orthodoxe Kirche in der Mitte der Altstadt reicht in ihren Grundzügen in das 9te Jahrhundert zurück. Das eher schlichte Äussere wird durch einen unglaublich reich verzierten Innenraum ergänzt. Holzschnitzereien und eine kunstvolle Ikonostase.
Die für orthodoxe Kirchen unüblichen drei Kuppeln wurden während ihrer Nutzung als Moschee unter osmanischer Herrschaft zerstört und danach wieder aufgebaut.
Der Sarkopah des heiligen Lazarus, zumindest glauben viele daran.
Definitiv einen Euro wert ist der Eintritt in das kleine Museum unter den Arkaden.
Burg
Die Burg von Larnaca, doch um einiges kleiner als jene in Limassol, spiegelt die Besucher der Insel in den vergangenen 800 Jahren wider. Um etwa 1390 unter dem zypriotischen König Jakob I dürfte die Burg erbaut worden sein, damals - das bezeugen Ausgrabungen - mir deutlich größerem Grundriss als heute.
Die Ausstellung zeigt Keramik-Fundstücke, Waffen und - spannend - Grabsteine, sowohl christlichen als auch muslimischen Glaubens. Etwas schaurig: In einem Teil des Gebäudes haben bis 1948 Hinrichtungen durch die britischen Besatzer stattgefunden, kein Galgenhumor!
Last but not least bietet die kleine Erhöhung nette Aussicht in alle Himmelsrichtungen.
Harmonisches Zusammenleben beginnt mit einer Lautstärke, die von den Partnern nicht als störend empfunden wird. Unter diesem Motto schallt der Muezzin in Larnaca deutlich dezenter als jener im türkischen Teil von Nikosia. Die gläubigen Muslime wirds nicht stören, sie wissen ob der Häufigkeit und des Rhythmus ohnehin, wann und wo sie sich treffen.
Die Unternehmen in der Larnaca Marina bieten Bootsausflüge zum Wrack der Zenobia an. Die Zenobia ist eine Fähre, die auf Ihrer Jungfernfahrt gesunken ist. Dies mit LKW und PKWs beladen auf der Strecke von Koper nach Tartus, einem Hafen in Syrien. Ein glücklicher Umstand für alle, ausser für die Versicherungsgesellschaft. Aber in der Regel verdienen diese genug und stehen selten auf einer Insolvenzliste. Seitdem leben Tauchunternehmen, Ausflugskapitäne und nicht zuletzt auch Fische und Muscheln von dem versenkten Artefakt. Die Yellow Semi-Submarine ist ein nettes kleines Ausflugsbot, mit welchem man zur Zenobia schippern kann. Ausgestattet mit einer Reihe von russischen Gästen, aber vor allem mit vielen Fenstern im Schiffsrumpf unterhalb der Wasseroberfläche.
Dadurch kann man die Umrisse von Teilen des Schiffes schemenhaft erkennen wie auch Fische, welche durch die umsichtige Crew mit Brotresten angelockt werden. Somit sieht ein Taucherlebnis zwar anders aus aber trotzdem die 15 € wert.
Auf der Rückfahrt zur Anlegestelle lassen sich Segelschüler beim bereits sehr professionellen Umrunden der Bojen beobachten.
Aussicht an der Meeresoberfläche
Unter Wasser
Da das Wrack nicht besonders gut zu erkennen war, hier ein Original Foto:
Rund um Zypern gibt’s aber nicht nur die Ausflugsboot-Nussschalen sondern auch ernstzunehmende Schiffe. Wirtschaft überall!