Tarvis - ein Katzensprung aus Kärnten
Angesichts der vielen Kennzeichen "VI" am Parkplatz zu Lussari aber auch in der Innenstadt von Tarvis muss man annehmen, dass Villach entvölkert ist.
Posted on 14th Aug 2023
Nachdem die Straße auf den Schaidasattel aufgrund der Regenfälle und Vermurungen zumindest teils gesperrt ist, muss ein anderes Wanderziel her. Bis man zur Basisstation zum Mittagskogel gelangt vergeht auch einige Zeit, daher eine alternative und abwechslungsreiche Runde - rauf auf den Monte Lussari.
Der Aufstieg: Der Parkplatz in Tarvis liegt auf 813 Meter Seehöhe das Gipfelkreuz auf 1.789 Meter. Auf ca. 6.4 Kilometer überwindet man also knapp 1.000 Höhenmeter. Dieser (mehr oder weniger) Standard-Aufstieg nennt sich "alter Pilgerweg".
Während des Aufstiegs hört man den Rio Lussari kühl und locker abwärtsplätschern.
Natürlich wird man nicht gerne überholt sondern man überholt. Und ja - das ist möglicherweise kleinlich und infantil aber es ist so: Da ist zu erwähnen der drahtige ältere Italiener der sein Mountainbike (kein "E-") über den Weg hinaufschiebt, schwitzend und schnaufend aber er darf natürlich überholen. Und dann gibt es noch ein paar sehr sportliche Sprinter und auf der Schlussetappe in der prallen Sonne ein paar Triathleten, aber das war es auch schon. Ich würde sagen: 90% wurden überholt, 10% haben überholt und dafür aber dem Herzinfarkt nahe und die Garmin Uhr empfiehlt am Gipfel 4 Tage Erholungszeit.
Der offensichtliche Nachteil: Man nimmt sich nicht ausreichend Zeit für die Kreuzwegstationen am Wegesrand aber dafür freut man sich über die Zeit (trotz ein paar Mal Verschnauf/Foto/Trinkhaltpausen): 1:54 Uhr.
In der Kirche wurde die Messe gefeiert, keine große Überraschung an einem Sonntag. Zwei Besonderheiten: der Priester predigte in italienisch aber das davor stattfindende Lied wurde auf slowenisch gesungen. Und an der Kirchentür prangte ein Schild mit dem Hinweis des Gesangs durch den Villacher Polizeichor im September. Die zweite Besonderheit: Die Messe wird mit Lautsprecher über das gesamte Areal übertragen.
Sehr nett ist das Sprachengewirr am Berg. Österreichisch aus überwiegend Kärnten aber nicht nur, überwiegend natürlich italienisch aber auch ein hoher Anteil slowenisch. Zuzüglich Dänen, Briten und einiges was ich nicht identifizieren konnte.
Der Abstieg über die Gondeltrasse verläuft ähnlich langsam wie der Aufstieg, aufgrund des Schotters empfiehlt sich Serpentinenabstieg in der Wiese links und rechts von der teils betonierten Trasse.