Das Beste kommt am Schluss
Weiter: La Rochelle Museum Maritime
Posted on 25th Jul 2022
Ich habe lange überlegt welches Zitat, welcher Slogan, welches Stichwort am besten zu La Rochelle passt. Bei Bordeaux ganz klar: „Sauf bicicles“. Hier ist es wohl „la belle epoque“, der Aufschrift am Karussell am place de verdun.
Die Einfahrt in die Stadt vermittelt viel mehr Seebad als mittelgroße Hafenstadt. Kaum Hochhäuser, stattdessen kleine ebenerdige Häuser mit Vorgarten. Der Trend aus Bordeaux findet hier seine Fortsetzung "bikes first".
Entweder es gibt eigene Fahrradwege, oder es gibt gekennzeichnete Radstreifen auf der Strasse oder kombinierte Wege für Fussgänger und Radfahrer, immer sauber durch Schilder und Markierungen gekennzeichnet. Sie werden von Bewohnern wie von Touristen frequentiert und - sehr erfreulich - Rücksichtnahme durch die jeweils stärkeren wird (wie auch in Bordeaux) gross geschrieben : PKW gegenüber Radfahrern, Radfahrer gegenüber Fussgängern.
Dieses Panoramabild vermittelt wie La Rochelle sich dem Besucher präsentieren möchte:
La Rochelle ist wohlhabend und ein wenig exklusiv. Das merkt man am Preis für das IBIS Hotel, es fällt hier aus dem Rahmen.
Wohlhabend sind auch die Besucher. Dies führt dazu dass viele Obdachlose die Straßen säumen und das Wort säumen ist nicht falsch gewählt. Einige von Ihnen findet man schlafend um 6 Uhr in den Arkaden der Stadt.
Hier zur Abwechslung weitgehend leere Arkaden
Die Stadt steht auch für Vielfalt: Unterschiedlichste Hautfarben der Menschen hier, der Bewohner der Stadt wie auch der Touristen.
Der Tourismus Hotspot befindet sich rund um den alten Hafen. Die Stadt ist aber sehr grosszügig und weitläufig angelegt zwischen Bahnhof, Museum Marritime und dem Strand in Richtung Atlantikmündung gibt es ca. 3-4 qm für Einkauf, Kinderattraktionen, Gastronomie und viel kleine und größere Yachten zu bewundern.
Die 3 Türme an der Einfahrt zum alten Hafen gehören mit Sicherheit zu den meistfotografierten Motiven. Hier 2 davon:
Und Nummer 3:
Die Türme gehören zur Wehranlage welche im 2-ten Jahrhundert errichtet wurde."Tour aint-Nicolas", "Tour dela Chaine" liegen zur linken der Hafeneinfahrt und rechten die Zufahrt. Der "Tour de la Lanterne" dient - wie der Name vermitteln lässt - der Beleuchtung, eines der seltenen Exemplare aus dem Mittelalter. Rund um die Hafenbecken sind mehrfach nützliche Poller montiert. Früher zum Festzurren der Taue bzw. Ketten, nun als Fotomotiv und zum Rasten.
Zwei der Becken werden mit Schleusen vom Meer getrennt um den mind. 1 Meter Unterschied zwischen Ebbe und Flut auszugleichen. Wäre schade um die Yacht wenn sie im Schlick aufsitzt, nachbarliche Berührung eingeschlossen.
An jeder Ecke am Hafen gibt es Musikanten durchaus qualitativ ansprechen keine instant-musik. Von irisch angehauchtem Rock eines Trios bis zu einer Abba-Revival Gruppe, von einer Querflötenspielerin bis zu einem Chansoniere. So lassen sich die kulinarischen Highlights am Hafen leichter verdauen. Ich sehe schon: Irgendwann wird mir das Kleingeld ausgehen.
Aus jeder Perspektive bietet der Hafen attraktive Bilder:
Nehmen Sie sich Zeit um dem Bahnhof einen Besuch abzustatten. Nicht nur wegen des TGV der zufälllig gerade parkt sondern auch wegen der makellosen Architektur der Front und der Sauberkeit. Das ist definitiv KEIN Bahnhofsviertel wie aus anderen Städten bekannt.
Die "Bikes first" Politik wird durch folgende tolle Einrichtung unterstrichen: Den "Velo Parks".
Das Rathaus: Es ist das älteste in Frankreich, welches noch seinen ursprünglichen Zweck erfüllt. Diese Phase begann im 13-ten Jahrhundert.