Keine leere Phrase: Die Fahrt ist das Ziel, also auf nach Barcelona.
Posted on 25th Jul 2022
Die Fahrt ist das Ziel
In den vergangenen Monaten ist Genua aufgrund der eingestürzten Brücke des Öfteren in den Schlagzeilen gewesen. Wenn man die letzten 30 km vor der Stadt aufmerksam verfolgt, ist es eigentlich eher ein Wunder dass solange nichts passiert ist und noch viel mehr verwunderlich dass manche Hochhäuser und manche Brücken noch immer benutzt werden können. Aber hoffen wir, dass es so bleibt.
Die Anfahrt gestaltete sich etwas schwieriger als das letzte Mal, Baustellen und die große Anzahl der Reisenden verursachen etwas Stress.
Das Abfahrtsterminal bzw. Zugang und der etwas tiefer liegende Warteraum für die PKW – alles wie beim letzten Mal. Einen Preis für Schönheit und gediegene Qualität gewinnt der Bereich nicht, die Bemühungen um Sauberkeit sind sichtbar, allerdings ein wenig halbherzig.
Ein Beispiel: Über der Einfahrt zum 3-spurigen Checkin prangt ein großes Schild mit freundlich lächelnder jungen Frau und der Bitte den Bereich frei von Müll zu halten. Wenn allerdings der Müllbereich hoffnungslos unterdimensioniert ist und überquellt – siehe Bild – dann greift die Einladung für mehr Sauberkeit am Terminal nicht.
Italienische Motorradfahrer nach Barcelona.
Wie schon beim letzten Mal – mind. 90% der Reisenden haben Tanger als Ziel. Jene welche mit PKWs anreisen, fahren keine billige Kleinwägen, das sind durchwegs Geschäftsleute. Beliebt ist die Kategorie „Sharan“, Ladevolumen ist „King“, was nicht im Innenraum Platz findet, das wird zum Dachspoiler umfunktioniert:
Die Erfahrenen kommen zwischen 45 und 60 Minuten vor der Abfahrt, ist zwar offiziell zu spät aber keiner wird abgewiesen und dadurch erzielt man natürlich die kürzeste Wartezeit vor Abfahrt. Allerdings müssen die letzten bereits im Retourgang ihren Platz auf der Fähre einnehmen. Übrigens beim Verlassen des Schiffs natürlich kein Nachteil, das Manövrieren im Bauch des Wals ist nicht immer einfach.
Langsam gleitet das Schiff aus dem Hafen, es ist immer ein Erlebnis.
Zum Einen gibt’s noch größere Geschwister im Hafen
Zum Anderen erhält man Einblicke auf die Stadt, welche man nur von hier bekommt.
Und schlussendlich – die Montage/Reparatur etc. der Superreichen.
Das Meer ist tief und entspannt:
Faszinierend eine Gruppe von Möven beim Flugtraining, es ist klar wer das Sagen hat:
Sie flogen ungefähr so schnell wie das Schiff fuhr, also ca. 40 km/h.
In den Gängen und Stiegenhäusern werden die besten Plätze gleich zu Beginn eingenommen. Durchwegs mit langen Kaftanen bekleidete Männer schlafen teils bereits, teils unterhalten Sie sich angeregt.
Alles wirkt sehr routiniert, diese Fahrt um ca. 280 € ist sicher die günstigste Variante um von Italien oder auch Frankreich, das zeigen die vielen Kennzeichen, nach Tanger zu gelangen. 51 Stunden dauert die kleine Kreuzfahrt. FFP2-Masken? Ja, das Personal trägt einen Mundschutz, einige wenige Reisende im fortgeschrittenen Pensionsalter echte FFP2.
Empfehlung: Die Sitzgelegenheiten an Bord sind überschaubar, daher einen klappbaren Sitz mitnehmen, mit drei Beinen verschlingt das kein Volumen.
Der Vorteil eines Schiffes gegenüber Bahn und Straße: keine Ampel, keine Baustellen, keine Fußgänger etc. Natürlich erfolgt die Reise nur mit 40 km/h, das allerdings konstant, auch in der Nacht. Komfort ist gegeben, wenn man ihn sich leisten kann. Für die Gangschläfer bleibt ein öffentliches Bad/WC, das aber periodisch gereinigt wird.
Für das Abendessen wird überwiegend das Selbstbedienungsrestaurant frequentiert. Nachdem es nur einen Zugang gibt und die Schlange mind. 20 Meter lang ist, empfiehlt es sich um ca. 19:15 an der Eingangstüre zu warten, um 19:30 öffnen sich die Tore. Sechs warme Mahlzeiten, zuzüglich Salaten, Nachspeisen etc. Hier wird jeder satt, die Qualität ist ansprechend, auch wenn der Koch mit dem Öl nicht geizt.
Famos – die Abendunterhaltung. Es gibt Animation für Kinder und für Erwachsene.
Die Sonne geht um ca. 06:30 Uhr auf, unglaubliche Bilder.
Die Hafeneinfahrt nach Barcelona ist wiederum ein Erlebnis:
Im Hafen von Barcelona angekommen warten bereits zusteigenden Passagiere für Tanger.
In der Zwischenzeit werden am Schiff eiligst die Kabinen der von Board gehenden desinfiziert und gereinigt.
18 Stunden - ohne Ladezeit - sind zu Ende.