Welcome to jokl's blog

johann.klug@gmail.com
klug.co.at

zoomin
Bildvergrößerung einschalten ('mouseover')

Zurück zum Blog

Das logische Auto

Autokauf - die Quadratur des Kreises

Posted on 28th Mar 2020

Nun ist die Position jedes Auto-Käufers dieselbe: Die getroffene Wahl ist die beste und jedes Argument zur Legitimation der Entscheidung ist zulässig.

Tatsächlich ist es ein wenig anders. Jeder hat Kriterien für seine Entscheidung und es macht einen Unterschied ob das Dritt-Auto für den Wochenend-Spaß oder ein „Schweizer Messer“ gefunden werden will.

Hier der Such-Ansatz für ein höchst alltagstaugliches Produkt mit Raum und angeborener Bescheidenheit.

Das Ergebnis: Ein Citroen Berlingo mit 102 Diesel PS.

Artikel03_s
Berlingo von vorne

 

Die Begründung:

Es gab bestimmte Rahmenbedingungen hinsichtlich des Preises, der CO2 Werte, der Länge, dem Innenraumvolumen, sowie Durchzug und ein paar Ausstattungsmerkmalen.

Preis: Nach Abzug aller Preisnachlässe sollten das Auto nicht mehr als 25.000 € kosten.
Länge: Weniger als 4,60 Parken, Was ist notwendig, zweckmäßig.
CO2: weniger als 140 g/m³ nach der neuen Messnorm WLTP, weil mehr nicht nötig ist.
Innenraum/Kofferraum: > 1.500 Liter, Weil Transporte von Fahrrädern, Kühlschränken oder IKEA PAX 2.35m lang kein Problem sein sollten.
Durchzug: das ist eine Fahrgefühlgröße, wenn gefühlt nichts weiter geht, wäre das ein Problem
Ausstattung: el. Fensterheber, Sitzheizung, Klimaanlage, Tempomat.


Artikel01_s
Auch die Rückansicht ist recht gefällig


In die nähere Auswahl kamen der Ford Focus Traveller, der Skoda Fabia Kombi, der Ford Tournee Connect, der Skoda Karoq und der VW Caddy. Der Auswahlprozess war naturgemäß kein einfacher, insbesonders war ich mit dem bisherigen Fabia Kombi durchaus zufrieden. Aber die anderen Fahrzeuge hatten in der einen oder anderen Richtung Nachteile, daher war der Berlingo das logische Auto.

Die Kriterien für die Entscheidung für den Berlingo:
1. Preis/Leistungsverhältnis
2. Innenraumvariabilität
3. Innenraumgröße
4. Innenraumlautstärke
5. Motorcharakteristik


Ad 1. In dem Preis unter 25.000 € Brutto waren – zusätzlich zu meinen Kernerwartungen - verschiedene Sicherheitsmerkmale wie Kamera für Abstandswarner oder Verkehrsschilderkennung, Navigation und Fensterheber hinten enthalten.

Ad 2. Rücksitze: Einzeln umzuklappen und zu versenken. Beifahrer-Vordersitz: Umklappen und versenken, Fächer und Ablagen allerorts. Ergänzend kann statt der Heck-Klappe auch nur das Heckfenster geöffnet werden, am Anfang ein belächeltes Feature, aber nun doch mehrfach genutzt. Schiebetüren sind ausgesprochen angenehm, bitte ausprobieren in Einkaufcentertiefgaragen.

Ad 3. Das Raumgefühl und auch die objektiven Liter-Angaben sind fantastisch, wenn alles umgelegt wird, ergeben sich ca. 3.000 Liter. Die höhere Sitzposition ist angenehm, wäre aber rückwirkend betrachtet kein Kaufkriterium gewesen.

Artikel00_s
Knieraum gut, 3 Erwachsene ohne Problem



Artikel04_s
Aussicht



Ad 4. Die Innenraumlautstärke auch bei Autobahntempo ist – angesichts des Resonanzkörpers – unglaublich leise. Schuberts Streicher-Sonaten müssen nicht unpassend laut gehört werden. Mit einem Lieferwagen als Basis hat Citroen sehr gute Arbeit geleistet.

Ad 5. Nun, bei mehr als 1.500 kg müssen sich 102 PS sehr bemühen, bei Autobahnsteigungen und forciertem Tempo will der 4-te Gang bemüht werden. Aber darüber hinaus: Leise, wenig Vibrationen und Beschleunigung in Stadt bzw. auf flachen Autobahnetappen zufriedenstellend. Mehr wäre bei 102 PS auch nicht zu erwarten.

Artikel02_s
Raumgefühl



Als positive Überraschung hat sich das Fahrwerk hervorgetan. Flotte Kurven – kein Problem, Geradeauslauf ohnehin nicht, Seitenwindempfindlichkeit ist gegeben, aber nicht mehr als beim Vorgänger Fabia Kombi. Schlechte Straßen, Kanaldeckel oder ähnliche Mängel – kein Problem, werden leise und kaum spürbar vom Fahrwerk verarbeitet.
Die Servolenkung ist leichtgängiger als im Fabia, vermittelt etwas weniger Fahrbahn Kontakt, ist aber dafür sehr bequem und angenehm in der Stadt.

Verbesserungspotenzial: Natürlich, beispielsweise die Gangschaltung, relativ teigig und unpräzise im Vergleich zum Fabia. Oder die Bedienung der Heizung, die sich als gewöhnungsbedürftig herausgestellt hat und nicht an das schlafwandlerische Handling des Fabia reicht. Die Dimensionierung der Heizung ist auch – nun – interessant. 20,5 Grad in der Stadt sind anders als auf der Autobahn bei entsprechender Geschwindigkeit. Die Sitze könnten etwas härter gepolstert und mit mehr Kontur versehen sein. Viel mehr fällt mir aber nicht sein.

Für alle Liebhaber von Verbrauchsangaben: Autobahn und Stadt, wenig 80 km/h Überlandverkehr ergeben nach nun ca. 10.000km 6 bis 6,1 Liter. Angesichts des Gewichts und flotterer Autobahnetappen ein guter Wert.

Fazit: Preis/Leistung und sogar Qualität (nach ambivalenten Erlebnissen mit einem Citroen BX in der Vergangenheit) überzeugen bisher.


nach oben