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2018 Advent in Zagreb

Zwei Stunden in Zagrebs Altstadt.

Am Ende eines beruflichen Tages am Freitag sollte man nicht unbedingt in Richtung Norden, nach Graz aufbrechen, sondern die weihnachtlich geschmückte Altstadt aufsuchen und erkunden.

Posted on 15th Dec 2018


Wenn der kleine Rundweg durch den Advent in Zagreb mit einem Parkplatz im Parkhaus nächst der Altstadt beginnt, dann kann fast nichts mehr schiefgehen.
Beim Verlassen der Tiefgarage wird zuerst nach dem Parkautomat Ausschau gehalten, direkt beim Ausgang postiert, ist auch das Thema abzuhaken. Übrigens - wir sprechen von einem Stundensatz von 7 Kuna (d.h. weniger als 1 €). Zum Vergleich Wien, Parkgarage beim Rathaus, hier darf es ein Stundensatz von 4 € sein.

Wie bestellt, schneit es ein wenig bei knapp 0 Grad. D.h romantische Stimmung, nicht zu kalt, das geeignete Wetter für einen Rundgang. Dieses zentrale Gebiet ist geteilt in eine "Oberstadt" und eine "Unterstadt", in letzterer befindet sich auch der Trg Bana Jelacica, der zentrale Platz in Zagrebs Altstadtzentrum. Benannt nach einem Feldherrn, der um 1800 lebte und Grundausbildung im Theresianum in Wien absolvierte.

Advent, aber nicht der Einzige.

Dieser Platz ist ein einziger großer Adventmarkt, die vorherrschende Farbe von Hütten und Dekoration ist weiß, zudem gibt es zumindest zwei Bühnen mit moderner Musik wie auch Folklore. Beim kurzen Lauschen der Musikgruppen fühlt man sich sofort zurückversetzt in die Urlaube im ehemaligen Jugoslawien an der dalmatinischen Küste, Kindheitserinnerungen bringen weitere positive Stimmung.

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Einer der Zugänge zum Ban Jelacica



Und wie steht es um die Sicherheit? Nun an den jeweiligen Enden der Fussgängerzone steht jeweils ein Polizeiwagen, innerhalb der Märkte ist keine Polizei zu sehen, es gäbe auch keinen Grund dazu, keine Randalierer zu sehen oder zu hören.

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so oder ähnlich sehen die meisten Strassenzüge der Innenstadt aus

Oberstadt und Unterstadt

Entlang einer der Hauptstraßen zum zentralen Platz, der Ilica, geht es rechts hinauf in Richtung Oberstadt. Hier gibt es eine kleine Bahn (Zahnrad oder mit Seil gezogen), alle 10 Minuten fährt ein kleiner Wagon nach oben bzw. nach unten.
Seitlich führt eine Holzstiege nach oben und oben empfängt beim Aufgang ein alter Turm, der Lotršcak Tower aus dem 13-ten Jahrhundert.

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Die paar Stufen, natürlich wird gegangen!

 



Hält man sich nach rechts, kommt man zu einem weiteren Adventmarkt mit Live Musik und Gastronomie. Das Ganze findet auf einer Aussichtsplattform statt, genannt Plato Gradec.
Aufgewärmt wird mit einem Hotdog, schlanke 15 Kuna, im Hintergrund die Kathedrale von Zagreb.

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Plato Gradec mit Dom im Hintergrund

 

Gestärkt sollte man unbedingt die Kamenita ulica aufsuchen, zu deutsch "Stein Gasse".
In der Steingasse gibt es eine Apotheke, die "Gradska ljekarna Zagreb". Der alte Name war "Apotheke zum schwarzen Adler". Touristenwirksam aber auch informativ hat der Apotheker eine Information ins Schaufenster gestellt und man kann vom "Bitterwasser" und vom "Fieber Elixier" lesen. 20181214_20_Apotheke

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Apotheke

 

Unmittelbar danach öffnet sich das Stein-Tor, ein mittelalterliches Stadttor mit kleiner Kapelle, links stehen ein paar Holzbänke, ein Mann betet dort.

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Das Steintor

 

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Die Kapelle


Die Strasse folgt einem 90 Grad Winkel, am Ende eine Reiterstatue, der heilige Georg. 

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Heiliger Georg

In einer Seitenstraße im Zentrum, aber auch noch Fussgängerzoge wurde in kleinen Plattformen altes Handwerk nachgestellt, ein Friseur, ein Hutmacher, ein Schuster. Ideal für Selfies und gern genutzt.
Nun, gegen 18 Uhr füllen sich die Restaurants, einige davon mit Gaslampen und Wintergarten.

Um ca. 18:30 Uhr passiert es.

Zwischen Navigation und Fotografieren verabschiedet sich der Akku des Mobiltelefons, "running out of power". Perfekt, mitten in der fremden Stadt, kein "Papier-Stadtplan", kein Weg zum bestellten Restaurant für das Abendessen. Glückliche Voraussicht: Die Adresse war auf einem Zettel notiert und eingedenk der Tatsache, dass es vor wenigen Jahren auch nicht solche Hilfsmittel gab, wende ich mich mit einem freundliche "Dobra vecer" an einen der Polizisten am Ende der Fussgängerzone. Dieser kennt zwar auch nicht die Strasse aber dank Mr. Google weist er mir den Weg, auch so kommt man ans Ziel! 


Nicht alles glänzt. Worüber kann auch die weihnachtliche Beleuchtung nicht hinwegtäuschen: In Seitengassen und Torbögen bröckelt der Putz, hier ist Geldmangel erkennbar, Graffiti an vielen Hausmauern.

Trotz der kleinen Schönheitsfehler - die Altstadt hat uneingeschränkt einiges zubieten, die Museen und Ausstellungen noch nicht eingerechnet.

Beim Verlassen der Stadt fallen mir noch mehrere schöne Parks mit Weihnachtsdekoration und Advent Märkten aus, die ganze Stadt scheint in Bewegung, insbesonders hier im Zentrum. Der Park Zrinjevac, der Park Ribnjak und viele mehr.

Die Rückfahrt verlangt Konzentration, es schneit bis Maribor, danach wird es besser und normale Autobahngeschwindigkeit kann gewählt werden.

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Schnee und Fahrbahn



Abschließende Empfehlung: Die knapp zwei Stunden Fahrtzeit von Graz nach Zagreb für einen Wochenendausflug sollten definitiv ohne viel Nachdenken in Kauf genommen werden, eine junge und freundliche Stadt liegt hier an der Sava.


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